Die kirchliche Lehre über die sozialen Unterschiede

In der Enzyklika Humanum Genus vom 20.4.1884, sagt Papst Leo XIII. weiter:

Sowjetisches Propaganda-Plakat: Wie studiert man den Marxismus-Leninismus

„Was die Behauptung einer allgemeinen Gleich­heit unter den Menschen angeht, so ist sie zweifellos wahr, wenn wir das Menschengeschlecht und die gemeinsame Natur, das letzte Ziel, nach dem alle streben sollen, sowie die Rechte und Pflichten be­trachten, die hieraus fließen. Da aber die natürlichen Fähigkeiten aller nicht gleich sein können, einer sich je nach Geistes- oder Leibeskraft vom andern unterscheidet, und die Sitten, Bestrebungen und Naturelle sehr verschieden sind, so widerstreitet nichts so sehr der Vernunft, als alle ohne Unter­schied in einem abstrakten Begriff zusammenzufas­sen und nach dieser unbedingten Gleichheitstheo­rie ein Staatswesen begründen zu wollen“.[1]

[1] Utz-von Galen, 1, 140

 

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­Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, Dokumente V, N.4, P. 338.

 

 

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Spezielle Verpflichtungen der Gesellschaft dem verarmten Adel gegenüber

Der heilige Kirchenlehrer Petrus Damiani (1006-­1072) zeigt den besonderen Eifer, den man zur Linderung der Bedürftigkeit des verarmten Adels entwickeln muß:

Der heilige Petrus Damiani

„Wenn auch das Almosengeben in der ganzen Bibel hervorgehoben wird und die Barmherzigkeit über aller Tugend steht und den Preis unter den Werken der Frömmigkeit erringt, ist doch die Art der Barmherzigkeit am verdienstvollsten, die jenen zugute kommt, die aus ihrem einstigen Reichtum in die Armut gefallen sind.

Smolny-Institut. Entwurfszeichnung des 1806 bis 1808 nach einem Entwurf Giacomo Quarenghis errichteten Smolny-Instituts

Viele Menschen gibt es tatsächlich, die ihre vornehme Abstammung berühmt gemacht hat und die durch die Armseligkeit ihres Familienbesitzes bedrängt werden. Viele auch sind geschmückt durch althergekommene Adelstitel und fühlen sich trotzdem durch das Fehlen der unentbehrlichsten Güter gedemütigt, die das Familienleben erfor­dert: mit Rücksicht auf das Ansehen ihrer Klasse sind sie gezwungen, bei Empfängen zu erscheinen, bei denen sie – obwohl gleich im gesellschaftli­chen Niveau – doch so verschieden in den wirt­schaftlichen Verhältnissen sind.

Das Institut diente im 19. Jahrhundert als Bildungsanstalt für adelige Mädchen, die auf das Leben in der höheren Gesellschaft als Hofdamen vorbereitet wurden und hauptsächlich Fremdsprachen und gutes Benehmen erlernten. Es war die erste Bildungseinrichtung für Frauen in Russland überhaupt und stand bis zum Jahre 1917 unter dem persönlichen Schutz der Zarin.

Und obwohl die Sorgen, ihrer häuslichen Not wegen, sie quälen und sie, gezwungen durch ihre Bedürftigkeit, in äußerste Notlage geraten, sind sie doch außerstande, um ihren Lebensunterhalt wie Bettler zu bitten. Sie ziehen es vor, zu sterben als in aller Öffentlichkeit zu betteln, sie sind verwirrt, wenn ihre Notlage bekannt wird und vermögen nicht, ihre Not einzu­gestehen. Es gibt wohl welche, die ihre Misere laut verkünden und oftmals sogar übertreiben, um von der öffentlichen Mildtätigkeit größere Almosen zu erhalten; sie aber verbergen, wo sie nur können, ihre Situation, damit kein Zeichen ihrer Armut in der Öffentlichkeit of­fenbar wird.

Deshalb ist es wichtiger, die Notlage jener zu begreifen, als sie zu erkennen. Man kann sie auf Grund gewisser flüchtiger Anzeichen eher erraten, als sie von offensichtlichen Merkmalen abzuleiten.

Smolny Institut: die letzten Absolventen.

Das ist der Grund, warum der Prophet darauf hinweist, daß auf jeden Fall der Lohn für Hilfe, die jenen verschämten Armen geleistet wird, überaus groß ist, wenn er schreibt:’Glücklich zu preisen, der sich des Armen annimmt!’ (Ps. 40, 2). Tatsäch­lich bedarf es ja keiner besonderen Aufmerksam­keit, um die zerlumpten und wundenübersäten Armen zu erkennen, die in den Straßen herumirren, man sieht sie auf den ersten Blick.  Andere Arme jedoch, die in ihrem Inneren leiden, müssen wir zu erkennen suchen, da ihre Not am Äußeren nicht sofort zu sehen ist.[1]

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[1]Migne, P.L., B. CXLV, col. 214-215.

 

­Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, DOKUMENTE III, Pg. 326-7.

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Der Empfang für Franz I. in Wien nach dem Abzug der napoleonischen Truppen

 

Kaisers Franz I.

Der väterliche Charakter der mittelalterlichen Monarchie wurde weitgehend von den Herrschern des Hauses Habsburg bis zu ihrem Thronverlust im Jahre 1918 bewahrt.

Der Herzlichkeit dieses Charakters verleiht die Rede deutlichen Ausdruck, die der Bürgermeister von Wien gehalten hat, als er kurz nach der Niederlage bei Wagram (1809) Kaiser Franz I. empfing.

Für einen modernen Leser, der vom Geiste des Klassenkampfes durchdrungen ist, könnte diese Rede eher einem Märchenbuch entstammen, als einem geschichtlichen Ereignis.

»Die Anhänglichkeit [der Wiener] zeigte sich am feurigsten beim Empfang des Kaisers Franz I. nach dem verheerenden Krieg, beim Abzug der Franzosen aus Wien 20. November 1809, nach einem drückenden Aufenthalt im Lande von sechs Monaten und sieben Tagen. …Der Wortlaut dieser Rede wird von einem unbestreitbar korrekten Berichterstatter, dem Historiker Prof. Dr. Johann Baptist von Weiß (1820-1899) wiedergegeben:

Der Einzug des Kaisers Franz I. (II.) von Österreich in Wien 1814
Entwurf zu den Fresken in der Ruhmeshalle und Nebensälen im Wiener Arsenal (Heeresgeschichtliches Museum). Gemälde von Karl von Blaas.

   Am 16. November zogen österreichische Truppen wieder in Wien ein, am 27. November kam der Kaiser um vier Uhr nachmittags. Schon am frühen Morgen zogen Tausende und Tausende hinaus gegen Simmering, den geliebten Kaiser zu empfangen. Ganz Wien war auf den Beinen, Kopf an Kopf harrten sie wie Kinder auf den Anblick des teuren Vaters. Endlich um vier Uhr erschien er ohne jede Leibwache, in offener Kalesche in der Uniform seines Husarenregimentes, den Obersthofmeister Grafen Wrbna an seiner Seite. Der Boden, die Luft schienen zu zittern vom Jubelruf. „Willkommen unser Vater!“ Das Schwenken der Tücher wollte kein Ende nehmen.

   Der Bürgermeister redete ihn an: „Geliebter Fürst! Wenn ein Volk im Kampf mit dem Unglück, leidend in mannigfacher Art, nur der Leiden seines Fürsten gedenkt, dann ruht die Liebe auf tiefem Grunde des Gefühls, nie vergänglich und fest. – Wir sind dieses Volk! Als unsere Söhne dahinsanken im blutigen Streite, als zerstörende Gewalt glühender Kugeln unsere Häuser stürzte, als die Grundfesten Wiens erbebten vom Donner der Schlachten, dachten wir Dein, Fürst und Vater, da dachten wir Dein in stiller Liebe. Denn Du hast diesen Krieg nicht gewollt. Nur das Verhängnis der Zeiten drang Dir ihn auf. Du hast das Beste gewollt. Der Urherber unserer Leiden warst Du nicht. Wir wissen es, daß Du uns liebst; wir wissen es, daß unser Glück Dein heiliges, festes Wollen ist. Wir haben ihn oft empfunden, den Segen Deiner väterlichen Milde. Bezeichnet hast Du Deine Wiederkehr mit neuer Wohltat. Sei darum, väterlicher Fürst, in unserer Mitte mit unveränderter Liebe gegrüßt! Wohl hat der unglückliche Erfolg des Krieges Dir einen Teil der Untertanen geraubt. Doch vergiß den Schmerz Deines Verlustes im engeren Verein Deiner Treuen. Nicht die Zahl, nur der feste, andauernde Wille, die alles bindende Liebe sind der Throne heilige Stützen. Und von diesem Geiste sind wir alle beseelt. – Wir wollen Dir ersetzen, was Du verloren! Wir wollen bleiben unseres Vaterlandes wert; denn kein Österreicher verläßt seinen Fürsten, wenn es gilt. – Mögen die Mauern, die Deine Burg umgeben, in Trümmer zerfallen, die festeste Burg sind die Herzen Deines Volkes.“

Einzug des Kaisers Franz II./I. in Wien am 16. Juni 1814 nach dem Pariser Frieden

   Einen wärmeren Empfang hat wohl kein Monarch erhalten. Franz konnte nur im Schritt fahren. Das Volk küsste ihm die Hände, die Kleider, die Pferde. Bei der Burg angelangt, trug es ihn die breite Treppe empor. Am Abend war die Stadt und die Vorstädte glänzend beleuchtet.« (1)

(1) „Weltgeschichte“ von Prof. Dr. Joh. Bapt. v. Weiß. Buchdruckerei und Verlags-Buchhandlung ,Styria’. Graz, 1906, Bd. 22, S. 90-91.

Quelle: Plinio Corrêa de Oliveira: Der Adel und die traditionellen vergleichbaren Eliten in den Ansprachen von Papst Pius XII. an das Patriziat und den Adel von Rom,“ TFP Österreich, 2008, S. 323

Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.

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Eine Rezension des Buches: „Plinio Corrêa de Oliveira: Prophet des Reiches Mariens”

13 February 2020

Teil I Prof. Plinios tiefgründige Gedanken kommen aus einem intellektuellen Leben, das nicht einfach eine Ansammlung von Lehren war, die durch Bücher gewonnen wurden. Seine Weisheit ergab sich auch aus einem Vergleich seiner ständigen Reflexionen mit dem, was er in allen Bereichen um sich herum sah. Er hat jedoch nie behauptet, ein Monopol auf diese […]

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Er enthüllte den Irrtum und vertraute auf den Triumph der Muttergottes

30 January 2020

Norman Fulkerson Eine Rezension des Buches: „Plinio Corrêa de Oliveira: Prophet des Reiches Mariens”  von Prof. Roberto de Mattei So wie viele Menschen mit Durchblick und Weitsicht werden einige Heilige und Propheten erst nach ihrem Tod hoch geschätzt. Dies ist der Fall bei Prof. Plinio Corrêa de Oliveira, dessen Leben das turbulente 20. Jahrhundert umfasste. […]

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Die großen Werke der Menschen

16 January 2020

Große Träume werden von denen geträumt, die sich um erhabene Ideale vereinen. Wenn wir unsere Träume aufgeben, begeben wir uns in die Hände von Bürokraten und in ein Regime der Mittelmäßigkeit. Dies liegt daran, dass diese großen Träume nie das Werk der Sozialplaner sind, sondern stets aus der gemeinsamen Anstrengung großer Männer und Frauen, wahrer […]

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Jesus Christus wollte aus königlichem Geschlecht geboren werden

2 January 2020

Aus der Ansprache Papst Leos XIII. an das Patriziat und an den römischen Adel vom 24. Januar 1903: „Jesus Christus wollte Sein privates Leben in der Verborgenheit eines bescheidenen Heimes verbrin­gen und als Sohn eines Handwerkers bekannt sein. In Seinem öffentlichen Leben jedoch gefiel es Ihm, unter dem Volk zu leben und ihm in jeder […]

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Weihnachtssymbolik

19 December 2019

Der spätgotische Hochaltar — geweiht 1493 — in der ehemaligen Benediktinerkirche Blaubeuren, ist ein süddeutsches Meisterwerk einer Ulmer Werkstätte. Der linke Flügel zeigt die Geburt Christi, der rechte die Weisen aus dem Morgenland. Der typische „Blattgoldhintergrund“ ist schon von einer realistischen gemalten Landschaft mit dem Blaubeurer Ruckenschloss zurückgedrängt bzw. auf den Himmel beschränkt. Der Maler […]

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Frohe Weihnachten

5 December 2019

Familientraditionen schmieden die Familie in eine zusammenhängende Einheit zusammen. Eine Generation lehrt die andere, wie Weihnachten in dieser Familie gefeiert wird: sie tanzen um den festlich geschmückten Baum, dessen Lichter die Hoffnung auf das neue Jahr versinnbildlichen. Die Kinder sind glücklich und zeigen zugleich Ehrfurcht vor der ganzen Sache. Natürlich sind sie wegen der Geschenke, […]

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Die Sozialisten behaupten, daß das Recht auf Eigentum eine menschliche Erfindung ist und der natürlichen Gleichheit der Menschen entgegensteht

21 November 2019

In der Fortsetzung der Enzyklika erklärt Papst Leo XIII.: „Die katholische Weisheit hat, gestützt auf die Vorschriften des natürlichen und göttlichen Geset­zes, für den öffentlichen wie den häuslichen Frieden wohlbedacht Vorsorge getroffen auch durch das, was sie vertritt und lehrt im Hinblick auf das Eigentumsrecht und die Verteilung der Güter, welche zum Leben notwendig und […]

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Das Universum, die Kirche und die bürgerliche Gesellschaft spiegeln die Liebe Gottes in organischer Ungleichheit wieder

7 November 2019

In der gleichen Enzyklika versichert der Papst: „Der, der alles schuf und regiert, hat es in seiner weisen Vorsehung so geordnet, daß das Unterste durch das Mittlere, das Mittlere durch das Höchste zu seinem entsprechenden Ziel gelangt. Wie er darum selbst im himmlischen Reich unter den Chören der Engel einen Unterschied wollte und die einen […]

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Die Rechtsverschiedenheit und Ungleichheit in den Befugnissen kommt vom Schöpfer der Natur selbst

24 October 2019

Papst Leo XIII. lehrt in der Enzyklika Quod Apostolici Muneris vom 28.12.1878: „Wenngleich aber die Sozialisten das Evange­lium mißbrauchen und es, um die Unbesonnenen leichter zu täuschen, in ihrem Sinne zu deuten pflegen, so ist doch zwischen ihren schlechten Grundsätzen und der so reinen Lehre Christi ein Unterschied, wie es keinen größeren gibt. ´Denn welche […]

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Spannung und Entspannung im Antlitz eines Heiligen

3 October 2019

Plinio Corrêa de Oliveira In den Vatikanischen Gärten empfängt der heilige Papst Pius X. hochrangige Besucher, die ihm ihre Ehrerbietung erweisen. Die trotz der Jahre aufrichtige und kräftige Figur des Papstes vermittelt den Eindruck von Askese und Festigkeit, aber etwas in seiner Person und vor allem seine klare Physiognomie vermittelt Ruhe und Entspannung. Es kommt […]

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