So wie im menschlichen Körper sich die einzelnen Glieder gegenseitig anpassen, so müssen auch die sozialen Klassen sich in die Gesellschaft einfügen

Ein wenig später erklärt der Papst in seiner Enzyklika:

Gemälde von George Morland 1788

„Ein weiterer Grundfehler bei der Behandlung unserer Frage ist die Vorstellung, daß die eine Schicht gleichsam von selbst in einem Gegensatz zur anderen stehe, gerade so, als ob die Natur die besitzende und die nichtbesitzende Klasse zu einem andauernden Zweikampf bestimmt habe. Dies wie­derspricht jeder Vernunft und Wahrheit. Im Gegen­teil: wie im Körper die verschiedenen Glieder in einem Zustand der Ordnung zusammenwirken, weshalb man mit Recht von Symmetrie spricht, so hat die Natur auch das Leben des Staates darauf hin ausgerichtet, daß jene zwei Klassen einträchtig zusammenwirken und in ihrem gegenseitigen Ver­hältnis eine Gleichgewichtslage der Gesellschaft herbeifuhren. Die eine bedarf notwendigerweise der anderen. Das Kapital existiert nicht ohne die Arbeit, noch die Arbeit ohne das Kapital. Ihre Harmonie erzeugt Schönheit und Ordnung; aus einem ewigem Konflikt jedoch können nur Durch­einander und wütende Schlachten hervorgehen.[1]

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[1] Idem, S. 648-649 und IV, 15.

Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, Dokumente V, N.7, P. 339.

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In der Enzyklika Rerum Novarum vom 15.5.1891, kommt Papst Leo XIII. auf das Thema der sozialen Unterschiede zurück:

Das erste Prinzip, das hervorgehoben werden muß: vor allem muß man den Menschen nehmen, wie er nun einmal ist. Daher kann es keine allge­meine Gleichmacherei in der staatlichen Gesell­schaft geben. Dahin will zwar der Sozialismus, aber er kämpft hier gegen die Natur selbst.

Hochzeit von Georg Friedrich Prinz von Preußen und Sophie Prinzessin von Isenburg.

Es sind nun einmal von Natur aus unter den Menschen sehr große und sehr viele Verschiedenheiten: hinsicht­lich der Begabung, der Geschicklichkeit, der Ge­sundheit, der Kräfte. Notwendig folgt aus all dem von selbst eine Verschiedenheit in der Lebenslage. Dieser Tatbestand gereicht sogar den Einzelnen wie der Gesellschaft zum Nutzen; denn das ge­sellschaftliche Leben braucht für seine Bedürf­nisse die verschiedenartigsten Befähigungen und Funktionen. Da ist es nun gerade besonders der Unterschied der Lebenslage, der für die Menschen beim Ergreifen der einzelnen Berufe bestimmend ist.[1]

[1] Acta Sanctae Sedis, Ex Typographin Polyglotta, Romae, 1890-91, Bd. XXIII, S. 648; und Utz-von Galen, IV, 14.

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Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, Dokumente V, N.6, P. 339.

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Papst Leo XIII. fährt fort:

Wie der vollkommene Leib aus der organi­schen Verbindung der verschiedenen Glieder besteht, welche nach Gestalt und Funktion voneinander abweichen, vereint aber –  jedes aber an seinem Platz – ein Ganzes bilden, das schon in seiner Erscheinung stark an Kraft, um seiner Leistungen willen notwendig ist, so besteht im menschlichen Gemeinwesen unter den einzelnen Teilen eine fast unendliche Vielfalt.

Wären die Glieder alle einander gleich und würde jeder seiner Willkür folgen, dann würde ein Staat entstehen, wie er unförmiger nicht gedacht werden könnte; wenn sie jedoch trotz gradueller Verschiedenheit hinsichtlich der Verdienste, der Bestrebungen und der Fähigkeiten har­monisch zum allgemeinen Besten zusammenwir­ken, dann entsteht das Bild eines wohl geordneten und der Natur entsprechenden Staatswesens.[1]

[1] ibidem

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Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, Dokumente V, N.5, P. 338- 339.

 

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Eine Gesellschaft „im Zeichen des Kreuzes”

9 April 2020

Um uns nicht der Kritik einer Verherrlichung der Vergangenheit auszusetzen, wollen wir darauf hinweisen, dass keine Vorstellung einer idealen Gesellschaft die Realität von Not und Leiden ausklammern kann, die das Erbe von Gottes Bestrafung unserer allerersten Vorfahren ist: „Unter Mühsal wirst Du von ihm essen alle Tage Deines Lebens” (Gn 3:17). Träume werden zu nostalgischen […]

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4. Nichts widerspricht so sehr der Vernunft, wie eine mathematische Gleichheit der Menschen

26 March 2020

Die kirchliche Lehre über die sozialen Unterschiede In der Enzyklika Humanum Genus vom 20.4.1884, sagt Papst Leo XIII. weiter: „Was die Behauptung einer allgemeinen Gleich­heit unter den Menschen angeht, so ist sie zweifellos wahr, wenn wir das Menschengeschlecht und die gemeinsame Natur, das letzte Ziel, nach dem alle streben sollen, sowie die Rechte und Pflichten […]

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1. Das beste Almosen ist jenes, das man dem verarmten Adel gibt

12 March 2020

Spezielle Verpflichtungen der Gesellschaft dem verarmten Adel gegenüber Der heilige Kirchenlehrer Petrus Damiani (1006-­1072) zeigt den besonderen Eifer, den man zur Linderung der Bedürftigkeit des verarmten Adels entwickeln muß: „Wenn auch das Almosengeben in der ganzen Bibel hervorgehoben wird und die Barmherzigkeit über aller Tugend steht und den Preis unter den Werken der Frömmigkeit erringt, […]

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Der väterliche Charakter der traditionellen Monarchie

27 February 2020

Der Empfang für Franz I. in Wien nach dem Abzug der napoleonischen Truppen   Der väterliche Charakter der mittelalterlichen Monarchie wurde weitgehend von den Herrschern des Hauses Habsburg bis zu ihrem Thronverlust im Jahre 1918 bewahrt. Der Herzlichkeit dieses Charakters verleiht die Rede deutlichen Ausdruck, die der Bürgermeister von Wien gehalten hat, als er kurz […]

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Eine Rezension des Buches: „Plinio Corrêa de Oliveira: Prophet des Reiches Mariens”

13 February 2020

Teil I Prof. Plinios tiefgründige Gedanken kommen aus einem intellektuellen Leben, das nicht einfach eine Ansammlung von Lehren war, die durch Bücher gewonnen wurden. Seine Weisheit ergab sich auch aus einem Vergleich seiner ständigen Reflexionen mit dem, was er in allen Bereichen um sich herum sah. Er hat jedoch nie behauptet, ein Monopol auf diese […]

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Er enthüllte den Irrtum und vertraute auf den Triumph der Muttergottes

30 January 2020

Norman Fulkerson Eine Rezension des Buches: „Plinio Corrêa de Oliveira: Prophet des Reiches Mariens”  von Prof. Roberto de Mattei So wie viele Menschen mit Durchblick und Weitsicht werden einige Heilige und Propheten erst nach ihrem Tod hoch geschätzt. Dies ist der Fall bei Prof. Plinio Corrêa de Oliveira, dessen Leben das turbulente 20. Jahrhundert umfasste. […]

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Die großen Werke der Menschen

16 January 2020

Große Träume werden von denen geträumt, die sich um erhabene Ideale vereinen. Wenn wir unsere Träume aufgeben, begeben wir uns in die Hände von Bürokraten und in ein Regime der Mittelmäßigkeit. Dies liegt daran, dass diese großen Träume nie das Werk der Sozialplaner sind, sondern stets aus der gemeinsamen Anstrengung großer Männer und Frauen, wahrer […]

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Jesus Christus wollte aus königlichem Geschlecht geboren werden

2 January 2020

Aus der Ansprache Papst Leos XIII. an das Patriziat und an den römischen Adel vom 24. Januar 1903: „Jesus Christus wollte Sein privates Leben in der Verborgenheit eines bescheidenen Heimes verbrin­gen und als Sohn eines Handwerkers bekannt sein. In Seinem öffentlichen Leben jedoch gefiel es Ihm, unter dem Volk zu leben und ihm in jeder […]

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Weihnachtssymbolik

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Frohe Weihnachten

5 December 2019

Familientraditionen schmieden die Familie in eine zusammenhängende Einheit zusammen. Eine Generation lehrt die andere, wie Weihnachten in dieser Familie gefeiert wird: sie tanzen um den festlich geschmückten Baum, dessen Lichter die Hoffnung auf das neue Jahr versinnbildlichen. Die Kinder sind glücklich und zeigen zugleich Ehrfurcht vor der ganzen Sache. Natürlich sind sie wegen der Geschenke, […]

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