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Der Adel und die Vergleichbaren Traditionellen Eliten

in den Ansprachen von Papst Pius XII

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Weihnachtsmesse

Für sie war Jesus Christus tatsächlich in allen Dingen die Leitfigur. „Um die Gestalt der Gottheit”, schreibt Johan Huizinga, „kristallisierte sich ein majestätisches System wechselseitig miteinander verbundener Figuren heraus, die alle einen Bezug zu Gott haben, weil alle Dinge von ihm ihre Bedeutung erhalten.”1

 

Mitternachtsmesse an Heiligabend.

Die Menschen des Mittelalters fühlten sich nicht nur zu einer abstrakten Figur der Gottheit hingezogen. Was sie berührte, war die Tatsache, dass das Wort, die zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit, Fleisch geworden war und unter uns gewohnt hatte. Der mittelalterliche Mensch nahm auf sehr persönliche Art und Weise nicht nur zu Herzen, wer Er ist, sondern auch alles, was Er gelehrt und getan hatte.

Wie wir bereits erwähnt haben, lässt sich ein schwaches Echo dieser allgemeinen Wahrnehmung noch in der Weise spüren, in der wir das Weihnachtsfest feiern. Der Heilige Abend ist immer noch durchdrungen von dieser mittelalterlichen Vorstellung von der Geburt unseres Erlösers; diese stille und heilige Nacht läßt uns immer noch die Süße und Perfektion spüren, die von dem göttlichen Kind in der Krippe in Bethlehem ausgeht.

 

Dasselbe tiefe und allgemeine Gefühl von Liebe und Dankbarkeit begleitete auch Leiden, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt unseres Herrn Jesus Christus – weit über irgendwelche anderen Andachtsübungen hinaus, die es davor gegeben hatte; diese fast zärtliche Haltung dem Erlöser gegenüber „löschte die Spuren der früheren Strenge und Zurückhaltung aus“, die die Entwicklung der Spiritualität in der frühen Kirche des patristischen Zeitalters geprägt hatten.2

„Es ist richtig, dass Augustinus große Liebe zu Gott empfand,” schreibt der Historiker Henry Osborn Taylor. „Diese Liebe war tiefempfunden; sie war logisch begründet; sie brachte seine Gedanken in leidenschaftliche Erregung. Und doch enthielt sie nicht jene zärtliche Liebe zu Christus, dem Gottmenschen, die in den Worten des heiligen Bernhard mitschwingt und das Leben des heiligen Franz zu einem lyrischen Gedicht machte.”3

 

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1 Huizinga, Waning of the Middle Ages, 202.

2 R. W. Southern, The Making of the Middle Ages (New Haven: Yale University Press, 1953), 233.

3 Henry Osborn Taylor, The Medieval Mind: A History of the Development of Thought and Emotion in the Middle Ages (New York: Macmillan, 1919), 1:360.

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Weihnachtsfreude I

Weihnachtsfreude?

Ja! Aber doch viel mehr als das. Für einen wahren Katholiken ist es die Freude der 365 Tage des Jahres . Denn in der Seele, in der durch die Gnade der Erlöser wohnt, ist diese Freude immer da und sie erlöscht nie. Weder Schmerz, noch Kampf, weder Krankheit noch selbst der Tod verdrängen diese Freude.
Es ist die Freude des Glaubens und des Übernatürlichen Lebens. Die Freude der sakralen Ordnung.

(Plinio Corrêa de Oliveira, “Folha de S. Paulo”, 27.12.1970)

http://p-c-o.blogspot.com/2017/12/weihnachtsfreude-i.html

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Jedes Volk verherrlicht das Jesuskind
auf eigene Weise mit seinen Weihnachtsliedern

 

von Plinio Corrêa de Oliveira

 

In den verschiedenen Nationen variieren die Weihnachtslieder je nach nationaler Eigenart, aber in allen sind immer die gleichen Eigenschaften vorhanden, die für die Heilige Nacht angemessen sind. Es gibt nordamerikanische, brasilianische, italienische, deutsche, französische, spanische Weihnachtslieder usw. Sie unterscheiden sich stark voneinander, bringen jedoch dieselben Gefühle zum Ausdruck, die das Jesuskind, die Muttergottes, der Heilige Josef und die Krippe hervorrufen. Was sind das für Gefühle?

Das erste ist Unschuld. Die verschiedenen Völker wussten, wie sie wirklich Hymnen der Begeisterung auf die Unschuld des Jesuskindes verfassen konnten, die in Form von Akkorden und Melodien die Unschuld jedes Einzelnen Volkes widerspiegeln, um Ihn zu verherrlichen. Die Begeisterung, die jedes Volk für die Unschuld des göttlichen Kindes ausdrückt, spiegelt ein Element der Unschuld wider, das in uns ist. Wenn wir keine Unschuld hätten, würde uns das Jesuskind gar nicht interessieren. Es gibt Menschen, denen das Jesuskind nicht interessiert oder die aus reiner Formalität zum Schein sich interessiert zeigen. Da in unsere Seele aber eine Unschuld eingeprägt ist, interessieren wir uns und loben die vom Jesuskind ausstrahlende Unschuld mit unseren Melodien.

Auch ein Gefühl der Zärtlichkeit ist vorhanden, weil das Jesuskind so klein und schwach ist, obwohl Es ja zugleich Gott ist. Wir fühlen eine Art Zärtlichkeit, Mitgefühl zu diesem neugeborenen Kind in der Krippe, wenn wir auch wissen, dass es der menschgewordene Gott ist – so etwas großes, in diesem kleinen Kind enthalten. Dies führt zu dem Wunsch, das Jesuskind vor allen Angriffen und Gefahren zu schützen. So klingen in einigen Weihnachtsliedern gewisse Töne Verteidigung des schutzbedürftigen göttlichen Kindes an.

Weihnachtslieder aus verschiedenen Ländern könnte man mit der Sonne vergleichen, deren Licht überall die gleiche Farbe hat; wenn es jedoch durch ein buntes Fensterglas strahlt, nehmen die Strahlen unterschiedliche, aber harmonische Farben an. Das Sonnenlicht, das durch ein farbiges Glas scheint, wirft Schönheiten wie Edelsteine.


Ebenso ist das Jesuskind einzig. Aber wenn es von der angelsächsischen Seele besungen wird, vernehmen wir eine bestimmte Art von Schönheit; wenn von der deutschen Seele einen weiteren Aspekt des Schönen; von der lateinischen, brasilianischen, spanisch-amerikanischen Seele, erscheinen andere Schönheiten. Ich habe slawische Lieder gehört, auch russische; sehr schön, aber mit anderen Noten. Alle diese Lieder bilden ein buntes Fenster des Jesuskindes.

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer eines informellen Vortrags von Professor Plinio Corrêa de Oliveira, den er am 30. Dezember 1988 hielt.

 

Quelle https://www.abim.inf.br/variedade-e-unidade-nas-cancoes-de-natal/ am 13. Dezember 2020

Er wurde übersetzt und angepasst für die Veröffentlichung ohne Überarbeitung des Autors.

 

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Diese deutsche Fassung erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

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von Plinio Corrêa de Oliveira

In einer geschichtlichen Perspektive gesehen, stellt das Weihnachtsfest den ersten Lebenstag der christlichen Zivilisation dar. Noch war es zwar ein aufkeimendes, erst an seinem Anfang stehendes Leben, vergleichbar der aufgehenden Sonne, doch dieses Leben barg bereits all die unvergleichlich reichen Bestandteile der herrlichen Reife seiner Bestimmung in sich.

Denn, wenn wir bedenken, dass sich alle Reichtümer der christlichen Zivilisation in unserem Herrn Jesus Christus als ihrer einzigen, unendlich vollkommenen Quelle enthalten sind, und dass sich das Licht, das für die Menschen in Bethlehem zu strahlen begann, immer weiter erstrecken sollte, bis es die ganze Welt erleuchtete und die Gesinnungen verwandelte, Sitten aufhob und neue begründete, allen Kulturen einen neuen Geist einflößte, alle Zivilisationen auf eine höhere Stufe erhob, dann kann man auch sagen, dass der erste Tag Christi auf Erden von Anfang an der erste Tag eines neuen Zeitalters war.

Wer hätte das geahnt? Es gibt kein schwächeres Menschenwesen als ein Kind, keine ärmlichere Wohnstatt als eine Grotte, keine rohere Wiege als eine Krippe. Und doch wird dieses Kind in dieser Grotte, in dieser Krippe den Lauf der Geschichte verändern.

Und was für eine Veränderung!
Die schwierigste von allen, denn es ging nicht einfach darum, den Lauf der Dinge in der Richtung zu beschleunigen, die sie genommen hatten, sondern die Menschen auf den Weg zu leiten, der ihren Neigungen am deutlichsten entgegenstand, auf den Weg der Strenge, des Opfers, des Kreuzes. Es handelte sich darum, eine durch Aberglauben, religiösen Synkretismus und totale Skepsis verrottete Welt auf den Weg des Glaubens zu führen, eine Menschheit zur Gerechtigkeit zu bewegen, die allen möglichen Formen der Bosheit verfallen war: der despotischen Herrschaft des Starken über den Schwachen, der Massen über die Eliten und der Plutokratie, die die Fehler der bereits genannten in sich vereint, über die Masse. Es sollte eine Welt zur Entsagung angehalten werden, die sich allein dem Vergnügen in allen seinen Formen hingab. Es ging darum, der Reinheit in einer Welt Raum zu schaffen, in der alle Laster

bekannt, geübt und gut geheißen wurden. Natürlich musste diese Aufgabe unlösbar erscheinen, und dennoch hat sie das göttliche Kind vom ersten Augenblick seines Erscheinens auf Erden an in Angriff genommen, und weder der Hass eines Herodes, noch die Gewalt der römischen Herrschaft und die Macht der menschlichen Leidenschaften vermochten es aufzuhalten.

Zweitausend Jahre nach der Geburt Christi scheint es, dass wir wieder zum Ausgangspunkt zurückgekommen sind. Die Anbetung des Geldes, die Vergöttlichung der Massen, die grundlose Sucht nach den eitelsten Vergnügungen, die despotische Herrschaft der brutalen Gewalt, der religiöse Synkretismus, der Skeptizismus, alles in allem, das Neuheidentum in all seinen Erscheinungen hat sich wieder über die ganze Welt verbreitet.

Er käme einer Gotteslästerung gleich, wer hier behaupten wollte, dass dieses höllengleiche Durcheinander von Korruption, Revolte, Gewalt, das wir vor uns haben, die christliche Kultur, das Reich Christi auf Erden sei. Nur hier und da überlebt der eine oder andere große Umriss der ehemaligen Christenheit verletzt in der heutigen Welt. Doch in ihrer vollständigen und globalen Wirklichkeit existiert die Christenheit nicht mehr, und von dem großen Licht, das in Bethlehem zu leuchten anfing, erleuchten nur einige wenige Strahlen die Gesetze, die Sitten, die Institutionen und die Kultur des 20. Jahrhunderts. Wie ist es dazu gekommen? Hat das Wirken Jesu Christi – genauso gegenwärtig in unseren Tabernakeln, wie damals in der Krippe in Bethlehem – an Wirksamkeit verloren? Keinesfalls!

Wenn die Ursache nicht bei Ihm ist und bei Ihm nicht sein kann, dann ist sicherlich bei den Menschen zu suchen. Jesus kam in eine äußerst dekadenten Welt, doch dann fand Er und nach Ihm die Heilige Kirche Seelen, die sich der Verkündigung des Evangeliums öffneten. Heute wird das Evangelium in der ganzen Welt gepredigt. Doch die Zahl derjenigen, die hartnäckig sich weigern, das Wort Gottes zu hören, wird erschreckend immer größer. Ebenso derer, die durch ihre Gedanken oder Sitten sich am entgegengesetzten Pol der Kirche befinden. „Lux in tenebris lucet, et tenebrae eam non comprehenderunt“.

Das und nur das ist der Grund des Verfalls der christlichen Kultur auf der Welt. Denn, wenn der Mensch nicht Katholisch ist und es nicht sein will, wie kann die Zivilisation, die seine Hände hervorbringen soll, christlich sein?

Es ist erstaunlich, dass so viele Menschen sich fragen, welches der Grund der titanischen Krise ist, in der sich die Welt herumschlägt. Man braucht sich doch nur vorzustellen, die Menschheit würde die Gebote Gottes befolgen, um zu verstehen, dass die Krise sich auflösen würde. Das Problem liegt also an uns, an unserem freien Willen. Es liegt an unserem Verstand, der sich der Wahrheit verschließt; an unserem Willen, der von den Trieben beansprucht, sich dem Guten verweigert. Die Umkehr des Menschen ist heute die wichtigste und unerlässlichste zu vollziehende Reform. Mit ihr wäre alles gelöst. Ohne sie, werden alle Mühen nutzlos sein.

Dies ist die große Wahrheit, die man zu Weihnachten betrachten sollte. Es reicht nicht, dass wir uns vor dem Jesuskind verneigen unter den Klängen liturgischer Musik, eingestimmt in die Freude der Gläubigen. Jeder von uns muss sich um seine eigene Umkehr kümmern, und auch um die Umkehr des Nächsten, damit die gegenwärtige Krise eine Lösung finde, damit das Licht, das in der Krippe leuchtet, freien Lauf bekommt, um über die ganze Welt erstrahlt.

Doch wie soll man das erreichen? Wo sind die Kinos, Rundfunksender, Zeitungen, Organisationen? Wo sind unsere Atombomben, Trompetenstöße, Heere? Wo sind unsere Banken, unsere Schätze, unsere Vermögen? Wie, gegen die ganze Welt kämpfen?

Diese Frage ist naiv. Unser Sieg kommt im Wesentlichen und vor allem von Unserem Herrn Jesus Christus. Banken, Radios, Kinos, Organisationen sind wichtig und gut und wir haben die Pflicht sie für die Ausbreitung des Reiches Gottes einzusetzen. Aber nichts von dem ist absolut notwendig. Mit anderen Worten, wenn die katholische Sache mit diesen Mitteln nicht rechnen kann, nicht aus Nachlässigkeit oder durch Mangel an unsere Großherzigkeit, aber ohne eigenes Verschulden, wird der göttliche Heiland das Notwendige tun, damit wir auch ohne alldem siegen. Das Beispiel geben uns die ersten Jahrhunderte der Kirche: Ist sie nicht siegreich aus allen Schwierigkeiten und Verfolgungen hervorgegangen, trotz aller Mächte der Welt, die sich gegen sie verbündet hatten?

 

Vertrauen in Unserem Herrn Jesus Christus, vertrauen in das Übernatürliche, das ist die kostbare Lehre, die uns Weihnachten erteilt.

Beenden wir diese Betrachtungen nicht ohne noch eine Lehre wie milden Honig hieraus zu schöpfen. Ja, wir haben gesündigt. Ja, enorm sind die Schwierigkeiten auf diesem Rückweg, beim Aufsteigen. Ja, unsere Vergehen, unsere Treulosigkeit rufen den Zorn Gottes auf uns herab. Doch an der Krippe haben wir die gütigste Mittlerin. Sie ist nicht Richterin sondern Fürsprecherin, die für uns jedes Mitleid, jede Zärtlichkeit, jede Nachsicht einer vollendeten Mutter hat.

Mit dem Blick auf Maria, mit ihr vereint, bitten wir durch sie an diesem Weihnachten um die einzig wirklich wesentliche Gnade: Das Reich Christi komme in uns und um uns.

Alles andere wird uns dazugegeben.

(Freie Übersetzung aus „Catolicismo“, Dezember 1952)

& http://p-c-o.blogspot.com/

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Papst Pius V. Neben seinem frommen Lebenswandel und seinen religiösen Neuerungen spielte auch der als wundersam angesehene Sieg über die Türken beziehungsweise das Osmanische Reich in der Seeschlacht vom 7. Oktober 1571 hierfür eine Rolle.

 

Das Streben nach dem Erhabenen wirkt sich in unserem täglichen Leben aus, weil es in uns Menschen große Sehnsüchte weckt.345 Es gibt uns ein starkes Verlangen ein, das erfüllt werden muss. Wir können daher sagen, dass erhabene Ideale zu den am meisten praxisorientierten Dingen gehören, die es überhaupt gibt. Auf dem Boden dieser Ideale wächst die Kraft, unsere Träume wahr zu machen.

 

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345 Cf. Lob des Propheten Daniel (Dn 9:23).

 

Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft, von John Horvat. Kapitel 48.

 

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Bau einer gotischen Kathedrale von Jean Fouquet.

Während ein Verständnis für die hohen und erhabenen Ideale der mittelalterlichen Gesellschaft uns in unserer Suche nach wirtschaftlichen Lösungen helfen kann, zeigen uns solche Überlegungen nur einen Teil des Gesamtbilds. Weder diese Ideale noch die auf ihnen aufgebauten Träume können eine völlig ausreichende Erklärung für die Blüte des Mittelalters liefern.

Gemälde von François-Marius Granet.

Auch der strenge und mühsame Weg des Kreuzes, der die Inspiration für den Kampf gegen die ungeordneten Leidenschaften war, würde für sich allein nicht ausreichen, eine Gesellschaft zum Streben nach außergewöhnlichen Leistungen zu inspirieren, da der Mensch von Natur aus dazu neigt, Leiden und große Anstrengungen zu vermeiden.

Innenansichten von Der Kölner Dom. Foto von Pedro Szekely.

Tatsächlich war der wesentliche Motivationsfaktor, der die Überwindung aller Hindernisse möglich machte, ein anderer: das „Geheimnis” der Blüte des Mittelalters war die Tatsache, dass der mittelalterliche Mensch eine sehr lebendige, bewundernde und liebende Vorstellung von der Person unseres Herrn Jesus Christus hatte. Die mittelalterlichen Menschen hatten ein sehr greifbares und persönliches Verständnis seiner Vollkommenheit – seiner Weisheit, seiner Güte und seiner Gerechtigkeit – das die ganze Gesellschaft durchdrang und einte.

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Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft, von John Horvat. Kapitel 50.

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Für diejenigen, denen diese Begriffe zu abstrakt und unerreichbar klingen, hat der Historiker Lewis Mumford das Thema von einer anderen Seite beleuchtet, indem er den äußerst praktischen Charakter unserer Träume und ihren Unterschied zu reinen Fantasiegebilden hervorgehoben hat.

…sich karitativ betätigen

Er definiert einen Traum ganz einfach als eine ideale Vision, durch die sich eine soziale Gruppe „eine neu zusammengesetzte Umgebung vorstellt, die besser an die Natur und die Ziele der in ihr lebenden Menschen angepasst ist als die, in der sie tatsächlich leben.”350

Mit anderen Worten: sobald eine Familie oder soziale Gruppe übereinstimmend beginnt, ihre eigenen Lebens- oder Handlungsweisen zu entwerfen, die ihr Leben hoffentlich besser oder vollkommener machen werden, ist sie auf dem besten Weg, ihren eigenen Mythos oder Traum zu kreieren. Tatsächlich stimmt Mumford mit Anatole France überein, dass diese Träume die Grundlage allen Fortschritts darstellen, ohne die wir vielleicht noch als Wilde in Höhlen leben würden.351

…umsichtig sein

Eine Familie könnte also etwa eine bestimmte Art karitativer Tätigkeit entwickeln, eine andere einen Weg finden, besonders klug zu handeln und eine dritte könnte neue Wege der Sparsamkeit und Genügsamkeit öffnen. Jede von ihnen versucht, dieses tiefe psychologische Bedürfnis zu befriedigen, das sie danach streben lässt, ihre eigenen Träume zu realisieren und ihr Leben entsprechend zu organisieren, da „die Dinge, von denen wir träumen, stets dazu neigen, sich bewusst oder unbewusst in den Mustern unseres täglichen Lebens Bahn zu brechen.”352

…sparsam sein

Wir sollten keine Angst davor haben, dass unsere Träume nicht immer vollständig umsetzbar sein werden. Sie sollten vielmehr dazu dienen, uns in eine allgemeine Richtung zu führen. Wie die Magnetnadel des Kompasses, die uns den Weg zu einem idealen und unerreichbaren „Norden” weist, sollten wir laut Mumford unsere Träume als Pfadfinder sehen, die uns helfen, auf unserem Weg sicher fortzuschreiten.

Ein Marine-Matrose während WWII.

Wenn unser Zeitalter kulturell verarmt erscheint, ist dies nicht die Schuld unserer Träume, sondern der Tatsache, dass wir nicht genug geträumt haben. Wir hören nicht auf unsere Träume.

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350 Lewis Mumford, The Story of Utopias (New York: Viking Press, 1962), 21.
351 siehe ebd., 22.
352 ebd., 25.

Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft, von John Horvat.  Kapitel 48, Die Träume der Menschen

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Gemälde von Pierre Henri Théodore Tetar van Elven.

In dieser Atmosphäre des Zusammenhalts und vor allem der Gnade beginnen die Mitglieder einer Gesellschaft ihr gemeinsames Leben zu idealisieren. Einige Autoren haben dieses Gefühl der vorgestellten Vollkommenheit als Schaffung von „Utopien” abgetan. Wir sind der Meinung, dass derartige Prozesse darin ausgedrückt werden, wie bestimmte soziale Gruppen ihre eigenen Mythen, Legenden oder Träume schaffen.

Gemälde von Leon Joseph Voirin.

Alle diese Begriffe beziehen sich auf jene unverzichtbare Fähigkeit, die es den Familien, sozialen Einheiten oder Völkern in ihrer großen Einheit ermöglicht, eine Vision für ihre Zukunft zu schaffen, die sowohl die vorhandenen praktischen Mittel als auch das höhere Ideal berücksichtigt.

Der Stadtgraben mit der St. Peterskirche und dem Schiffertor von Friedrich Perlberg.

„Wir haben keine Kenntnis von einer menschlichen Gemeinschaft, in der die Menschen nicht träumen,” schreibt Irving Kristol. „Dies bedeutet, dass wir von keiner menschlichen Gemeinschaft gehört haben, deren Mitglieder nicht die Vision einer Perfektion haben – eine Vision, in der die Frustrationen, die unserem menschlichen Zustand inhärent sind, aufgehoben und überwunden werden.”346

Gemälde von Meindert Hobbema.

„Die ideale Gesellschaft ist nicht außerhalb der realen Gesellschaft; sie ist ein Teil derselben,” schreibt Émile Durkheim. „Weit davon entfernt, zwischen den beiden wie zwischen zwei Polen, die sich gegenseitig abstoßen, hin- und hergerissen zu sein, können wir nicht die eine anstreben, ohne an der anderen festzuhalten.”347

Haus Heeren, Kreis Hamm

„Ohne den metaphysischen Traum ist es unmöglich, sich ein harmonisches Zusammenleben der Menschen über längere Zeit vorzustellen,” schreibt Richard Weaver. „Der Traum trägt in sich eine Bewertung, die das Band der spirituellen Gemeinschaft ist.”348

George Washington in Bartrams Garten. Gemälde von Jean Leon Gerome Ferris.

Derselbe Autor spricht von Mythen als „großen symbolischen Strukturen, die die Phantasievorstellungen eines Volkes zusammenhalten und eine Grundlage für harmonisches Denken und Handeln schaffen.” Er weist darauf hin, dass diese Welt von Werten und Sinn eine zeitlose Struktur ist, „stets hier und jetzt,” aus der „auch das geringste Mitglied einer Kultur etwas nehmen kann, was seinem Leben Würde und Kohärenz verleiht.”349 So dient etwa die legendäre Figur von George Washington als Fokus der Einheit für all die amerikanischen Werte, für die er gekämpft und die er in Ehren gehalten hat. Jeder Amerikaner kann sich zu jedem Zeitpunkt unserer Geschichte Inspiration aus seinem Beispiel holen. In ähnlicher Weise können Symbole und Erzählungen ein Ideal hochhalten, das der Gesellschaft einen bestimmten Stil und eine bestimmte Note verleihen kann, die sich in der Mode, den Sitten, der Kunst, der Architektur und sogar in der Kochkunst niederschlagen.

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346 Kristol, Two Cheers for Capitalism, 153.
347 Émile Durkheim, The Elementary Forms of the Religious Life, übers. von Joseph Ward Swain (London: George Allen and Unwin, 1915), 422.
348 Weaver, Ideas Have Consequences, 18.
349 Weaver, Visions of Order, 34.

 

Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft, von John Horvat.  Kapitel 48, Die Träume der Menschen

 

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Hinderlich können manchmal auch gewisse revolutionäre Schlagworte sein, die nicht selten sogar in den besten Kreisen als eine Art Dogma hingenommen werden.

Francisco Pradilla y Ortiz: Die Übergabe von Granada

 

A. „Die Gegenrevolution ist unzeitgemäß und deshalb steril”

Das immer wieder vorgebrachte, schädlichste Schlagwort behauptet, daß die Gegenrevolution in unseren Tagen nicht gedeihen kann, weil sie gegen den Zeitgeist gerichtet sei. Die Geschichte, bemerkt man, kann nicht rückgängig gemacht werden.

Nach diesem einzigartigen Prinzip dürfte es keinen katholischen Glauben geben, denn es ist wohl nicht zu leugnen, daß das Evangelium der Umgebung, in der unser Herr Jesus Christus und die Apostel predigten, radikal entgegengesetzt war. Genauso wenig gäbe es ein katholisches, romanisch-germanisches Spanien, denn man muß doch wohl von einem Wiedererstehen und damit auch von einer Rückkehr in die Vergangenheit sprechen, wenn man an die völlige Wiederherstellung der christlichen Größe Spaniens nach einer Zeitspanne von ganzen acht Jahrhunderten denkt, die sich zwischen Covadonga und dem Fall von Granada erstreckten. Selbst die den Revolutionären doch sonst so teure Renaissance war wenigstens unter manchen Gesichtspunkten die Rückkehr zu einem seit mehr als tausend Jahren fossilisierten kulturellen und künstlerischen Naturalismus. Die Geschichte kennt demnach sowohl das Vor als auch das Zurück auf den Straßen des Guten wie des Bösen.

 

“Nach welchem Kriterium wird der Befürworter der Ehescheidung als modern angesehen und der Verteidiger der Unauflöslichkeit der Ehe als altmodisch?”

Wenn die Revolution übrigens etwas als mit dem Zeitgeist im Einklang erklärt, so ist äußerste Vorsicht geboten, handelt es sich doch nicht selten um irgendeinen alten Zopf aus heidnischer Zeit, den sie wieder gesellschaftsfähig machen möchte. Was ist denn zum Beispiel so neu an Ehescheidung oder Freikörperkultur, an Tyrannei oder Demagogie, die in der antiken Welt allgemein verbreitet waren?

Nach welchem Kriterium wird der Befürworter der Ehescheidung als modern angesehen und der Verteidiger der Unauflöslichkeit der Ehe als altmodisch? Für die Revolution reimt sich „modern” mit allem, was dem Hochmut und der Gleichmacherei, der Genußsucht und dem Liberalismus freien Lauf läßt.

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Revolution und Gegenrevolution von Plinio Corrêa de Oliveira, VII. KAPITEL, #2.

 

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Gemälde von Toby Edward Rosenthal.

Dadurch, dass die Menschen Christus selbst als ihr perfektes Vorbild nahmen, diente diese Wirtschaft „im Zeichen des Kreuzes” auch der Verherrlichung Gottes, indem sie in den Menschen ein leidenschaftliches Streben nach Perfektion um ihrer selbst willen weckte.

Für den mittelalterlichen Menschen war das Streben nach Perfektion eine schwierige Aufgabe, nicht unähnlich einem Kreuzweg, der letztlich nicht zu materiellen Gewinnen, sondern zu Gott führt. Er glaubte daran, dass er Gott die Ehre geben konnte, indem er seine Schöpfung noch großartiger, noch schöner machte. Durch das Schaffen schöner Dinge lehrte der Handwerker der ganzen Gesellschaft, mit höchster Perfektion erzeugte Dinge als Hilfe zu einer größeren Gottesliebe zu sehen. Dies war der Grund, warum selbst die bescheidensten Gegenstände in der christlichen Zivilisation einen gewissen Glanz an sich haben – sie wurden nicht zuletzt mit dem Gedanken hergestellt, den Menschen die Herrlichkeit Gottes nahezubringen und ihnen dabei zu helfen, ihre Seelen zu Ihm zu erheben.

J.B. Filz’s Sohn ist ein traditionsreiches Parfumgeschäft und ehemaliger k.u.k. Hoflieferant im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt, am Graben 13. Das Geschäft befindet sich seit seiner Gründung im Jahr 1809 im Familienbesitz.

Die Handwerker machten sich an ihre mühsamen Aufgaben motiviert durch dieses höhere Ideal. „Der Arbeiter plagte sich nicht nur, um seine Nahrung zu verdienen,” schreibt Richard Weaver, „sondern auch, um dieses Ideal in seinem Werk verkörpert zu sehen.”360 So war etwa ein Parfüm-Hersteller von dem Wunsch motiviert, das beste Parfüm herzustellen. Die metaphysische Freude, die er dabei empfand, war so groß, dass er mehr Arbeit investierte und einen geringeren Lohn in Kauf nahm, um der Menschheit ein außergewöhnliches Parfüm hinterlassen zu können.

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360 Weaver, Ideas Have Consequences, 73.

Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft, von John Horvat. Kapitel 49.

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Das Gleichgewicht, nach dem wir suchen

Eine Mutter. Gemälde von George Goodwin Kilburne.

Es gibt eine zweite treibende Kraft, die der ersten als Gegengewicht dient, um sie daran zu hindern, in gefährliche Phantasien abzurutschen. Sie kommt aus der Erkenntnis, dass in unserem Exil hier auf der Erde nicht alles wunderbar ist; wir müssen uns der Welt anpassen, wie sie ist. Daher empfinden ausgeglichene Seelen eine wahre Begeisterung für den gesunden Menschenverstand, der uns hilft, mit der konkreten Wirklichkeit fertig zu werden. Diese praktische treibende Kraft hält die Phantasie im Zaum und bremst die ungezügelte Gier nach Neuheiten. Sie fordert eine realistische Bewertung der vorhandenen praktischen Möglichkeiten zum Aufbau einer realistischen Zukunft.

Keine dieser beiden treibenden Kräfte schließt die jeweils andere aus; vielmehr wird jede durch die andere inspiriert. Nur die harmonische Vereinigung beider Kräfte kann die großartige Vision, gepaart mit gesundem Menschenverstand, hervorbringen, die es den Heiligen gestattete, die konkreten Probleme des täglichen Lebens mit großer Weisheit zu lösen und über die erhabensten und kompliziertesten Fragen mit großer Demut nachzudenken.

Johann Lucas Hildebrandt, (1668 – 1745), war ein österreichischer Barockarchitekt. Er war einer der bedeutendsten Baumeister Mitteleuropas im Zeitalter des Barocks, der Prunkbauten und Kirchen entwarf und dessen Werk die Architektur des Habsburgerreiches im 18. Jahrhundert stark beeinflusste.

Auf diese Weise vermeiden wir die beiden Extreme – die der Phantasiewelten auf der einen und die der sozialistischen „Paradiese” auf der anderen Seite. Wie die beiden Flügel eines Vogels hoben diese beiden treibenden Kräfte die christliche Zivilisation zu ihrem höchsten Flug, hielten sie im Gleichgewicht und sorgten dafür, dass sie funktionierte. Historisch besteht der Schlüssel zum wahren Fortschritt darin, diese heikle Balance zu halten.354

Königin Bertha und die Spinnerinnen Gemälde von Albert Anker.

„Es ist keine Frage, dass die Kirche das Geistige und das Zeitliche, das Ideale und das Praktische in erstaunlichem Maße zu kombinieren wusste,” schreibt James Westfall Thompson. „Wenn ihr Haupt auch im Himmel war, so hatte sie doch immer ihre Füße fest auf dem Boden.”355

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354  siehe Siehe Plinio Corrêa de Oliveira, Sitzung der American Studies Commission am 13. Mai 1988, Corrêa de Oliveira Documents.

355 Thompson, Economic and Social History, 2:648.

 

Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft, von John Horvat. Kapitel 48.

 

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VII. Teil

fortsetzung

 

Heilige Jeanne d’Arc

Die Gnade einer großen Innigkeit zu Maria zu haben

Wir müssen also verstehen, dass es zwei Dinge gibt, um die wir die Muttergottes bitten sollen. In der Einsicht, dass wir schwache Menschen sind, dass wir keine Athleten des geistlichen Lebens sind, müssen wir sie darum bitten, dass sie uns in unserem Kummer, der uns zu schwer scheint, zu Hilfe kommt. Es ist eine ausgezeichnete Bitte und sie wird sie sehr oft erhören. Immer, wenn es im Maße der göttlichen Vorsehung möglich ist, uns zu Hilfe zu kommen, wird sie es tun. Wir müssen uns aber immer daran erinnern, dass wir ein gewisses Maß Schmerzen in vollem Umfang selbst tragen müssen. Wir selbst wissen nicht welches Maß das ist; aber sie weiß es. Wir müssen sie dann um Kraft bitten, es zu ertragen.   An diesem Punkt, am Gleichgewicht dieser beider Bitten, liegt die Vorsehung Mariens.

Stellen wir uns eine Person vor, die ihr tägliches Leben führt, das immer zwei unterschiedliche Aspekte hat. Es gibt Zeiten der gewöhnlichen Routine: Der Gang zur Schule oder zur Arbeit und zurück nach Hause, Aufgaben oder Vorlesungen vorbereiten, eine Verwandten besuchen und dergleichen. Es ist das gewöhnliche tägliche Getriebe. Neben diesen Unannehmlichkeiten eines jeden Tages gibt es aber einen anderen Aspekt des Lebens, nämlich den, in dem man mit der Last übergroßer Leiden ringen muss.

Nehmen wir an die Person weiß in beiden Situationen ihres geistlichen Lebens die Andacht des hl.

Ludwig wirklich und genau zu üben. In den kleinen Schwierigkeiten des täglichen Lebens wird sie sich daran erinnern, dass sie in Maria eine Mutter hat. Aber nicht nur ab und zu sondern in einer gewohnten und ständigen Weise. Wenn sie in Schwierigkeiten ist, wenn sie Probleme hat, seien sie auch noch so gering, wendet sie sich an Maria und bittet sie um Hilfe. In allen gängigen Lagen des Lebens, betet sie zur Muttergottes. Sie lebt in einer ständigen Innigkeit mit ihr, und bittet sie in allem um Hilfe. Bei Ratlosigkeit wird sie um den rechten Weg bitten. In großen Schwierigkeiten wird sie um Kraft bitten, um die Last der außergewöhnlichen Versuchungen ertragen zu können, und erhält so die Energie für Heldentaten, die das geistliche Leben vielmals von einem jeden von uns verlangt.

Wenn jemand all sein Tun in Vereinigung mit Maria und in ihren Meinungen aufzuopfern weiß, und beständig in allen Momenten sie um Hilfe bittet, wird sein geistlichen Leben wunderbar wachsen. Wenn ihn zum Beispiel Zerstreuung während einer Lektüre überfällt, Maria bitten, dass sie trotzdem daraus Früchte zieht. Sieht er auf der Straße jemand, der gerade eine Sünde begeht, dann für diese arme Seele beten. Das heißt, immer und dauerhaft Maria anrufen. Es gibt kein besseres Programm für das geistliche Leben. Doch es verlangt aber auch Überzeugung und große Willenskraft.

Maria, Allheilmittel für das geistliche Leben

Unter den eigentümlichen Prüfungen des geistlichen Lebens oder die aufgrund der Treue zur Heiligen Kirche uns auferlegt werden, gibt es eine, durch die wir durchmüssen: Es ist die Empfindung der seelischen Trockenheit, des Stillstandes, der anscheinenden Unbeweglichkeit aller Dinge. Jahraus, jahrein scheint das geistliche Leben nicht voranzukommen; im Apostolat konfrontiert man sich immer mit gleichen Problemen; etwas Schlimmes wird geschehen und man kann es verhindern; wieder was unvorhergesehenes kommt auf uns zu und wir können es abwenden; wieder eine Überraschung und man weint, weil man sie nicht hat verhindern können, doch man bleibt wachsam auf das Nächste, was kommen wird. In den ersten Momenten hat man das Gefühl einer Berg-und-Tal-Fahrt. Bei der ersten Runde amüsiert man sich, doch nach Jahren wird sie unerträglich und wir werden versucht Schluss zu machen mit diesem Auf und Ab, um endlich wie jedermann zu leben.

Dom Jean-Baptiste Chautard, autor von Die Seele allen Apostolats.

Wir fühlen uns wie auf einem Schiff mitten im Ozean, das da schaukelt und sich nicht fortbewegt, wie Ruderer einer Galeere, die den Eindruck haben, das trotz ihrer Anstrengungen, das Schiff nicht vorankommt. Es ist der Eindruck des Überdrusses, der Eintönigkeit, der uns manchmal im geistlichen Leben und in den Tätigkeiten des Apostolats überkommen kann.

Die Lösung in solchen Situationen ist die Zufluchtnahme zu Maria. Zu ihr zu beten, ist das Heilmittel für alles. Man pflegt zu sagen, es gebe keine Allheilmittel. Doch es gibt eine Ausnahme: Maria ist wirklich ein Allheilmittel, es sei denn, man will entschieden nicht gut sein. „Qui creavit te sine te, non salvabit te sine te“ — „Der dich geschaffen hat ohne dein Zutun, gibt dir die Rechtfertigung nicht ohne dein Zutun“, sagt der hl. Augustinus.

 

Diese wahre Andacht zu Maria gibt uns ungeahnte Möglichkeiten, im Dienste der Kirche

Nehmen wir zum Beispiel einen Gegenrevolutionären, der ernsthaft die Andacht praktiziert und einer Bildungsvorlesung beiwohnt. Das Verdienst zu dieser Versammlung gekommen zu sein, kehrt zurück in die Hände Mariens. Und da sie besser als jeder Mensch um die Interessen der Kirche weiß, wird dieses Verdienst gemäß ihrer Weisheit anwenden. So kann man, indem man zur Versammlung kommt, neben dem Apostolat auch noch auf einer anderen Ebene wunderbar Gutes tun.

Es kann gut sein, dass man unsichtbar, unwissend, an den höchsten Schicksalen der Kirche teilhat, am Kampf der Braut Christi gegen die Anti-Kirche, man weiß es nicht, aber Maria wird unsere Verdienste anwenden und Früchte hervorbringen, um die wir durchaus keine Ahnung haben. Dies ist das sicherste Vorgehen, den die Muttergottes vergeudet unsere Verdienste nicht. Sie legt sie an mit höchstmöglichster Weisheit. Wenn wir also unsere Verdienste der Weisheit Mariens anvertrauen, verwerten wir sie aufs höchste.

 

Die Hingabe als Sklave Mariens gibt unseren guten Werken unberechenbaren Wert

Welches ist aber nun das Verdienst unserer guten Werke? Die Teilnahme an einer Versammlung, zum Beispiel, hat ein gewisses Verdienst wenn sie aus Liebe zur Kirche getan wird und den Verzicht auf ein Vergnügen, auf Muße oder irgendeinen Zeitvertreib, um sich für sie einzusetzen.

Kampf gegen die LGBT-Bewegung in Warschau – Polen

Das Verdienst einer Handlung oder Tätigkeit besteht darin, dass sie wesentlich gut ist und in der innerlichen Gesinnung, mit der die Seele sie ausführt. Es sind Gesinnungen mit einer Mischung von Fehlern und guten Eigenschaften, die in einem jeden von uns vorhanden sind. Doch die Taten Mariens sind von hochwertigem Verdienst. Der hl. Ludwig sagt, dass Maria mehr Verdienst hat an einem Nadelstich beim Nähen eines Kleidungsstücks für das Jesuskind, als der hl. Laurentius, der sich auf einem Rost hat braten lassen, um sich für Christus zu bekennen.

Wir müssen uns immer vergegenwärtigen, dass unsere Taten, als Sklaven Mariens, in gewisser Weise an ihren Taten teilhaben. Sie ist es, die auf gewisser Weise in uns tätig ist. Daher erhält unsere Tat einen Wert, eine Tugend und eine Wirksamkeit von Maria, durch die sie viel mehr Wert hat, als wir es durch unsere eigenen Verdienste erreichen können.

Es gibt also kein wirkungsvolleres Leben und Handeln, als in dieser Andachtsmethode.

 

Die menschliche Boshaftigkeit und die Andacht zur Muttergottes

Nach der Erbsünde wurde der Mensch nicht nur schlecht, sondern sehr schlecht. Die Boshaftigkeit und das Elend des Menschen wurden zu unauslöschbaren Zügen seiner verdorbenen Natur.

Hiermit geben wir über uns sozusagen eine Zeugenaussage. Denn wahrhaftig ist unser Elend als Menschen dermaßen groß, dass, hätten wir davon echte Kenntnis, würden wir sehr leicht den Mut verlieren. Die Betrachtung über den Kontrast zwischen Gott und unserer Misere hat schon viele in Verwirrung gebracht. Da sie meinen seine Barmherzigkeit nicht zu verdienen, werden sie dazu verleitet, zu glauben, dass Gott von ihnen weniger verlangt.

Der Grund für diese in die Verzweiflung treibende Situation ist, dass sie ihre eigene so tragische Lage nicht in die Hände Mariens legen.

Wahrhaftig ist Gott alles das, was wir von ihm aus der Offenbarung wissen. Wir unsererseits wissen was wir sind, oder besser gesagt, was wir nicht sind. Doch zwischen uns und Jesus gibt es Maria. Die Vermittlung zwischen ihr und Jesus Christus, der der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen ist, stellt ganz den Kanal wieder her, durch den wir unser Heil erreichen können, obgleich unserer Misere.

Wenn wir uns dies immer vergegenwärtigen, werden einerseits großen Frieden finden in der Erkennung unseres Elends und andererseits die Art die strengste Sittenlehre zu bejahen ohne der Verzweiflung nachzugeben, noch in eine jansenistische Haltung zu fallen. Maria ist die Bundeslade Gottes, auf deren Hinblick alles sein wahres Aussehen erhält und sich auf das geistliche Leben aufmunternd auswirkt.

 

(*) Plinio Corrêa de Oliveira zum 100. Geburtstag

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VII. Teil

von Plinio Corrêa de Oliveira

KAPITEL V

BEWEGGRÜNDE, DIE DIESE ANDACHT EMPFEHLEN

 

In den Absätzen 135 bis 182 behandelt der hl. Ludwig die Vorteile, die uns die Sklavenweihe an Maria bringen.

Die Andacht die der Heilige empfiehlt besteht in der vollständigen Hingabe unserer selbst an Maria in der Eigenschaft eines Sklaven. Sklaven, weil wir der Muttergottes mehr geben, als es ein Kind vermag. Die Beziehungen eines Kindes mit seiner Mutter sind viel innerlicher, näher, tiefer als die Beziehungen eines Sklaven zu seinem Herrn. Doch gegenüber dem Vater oder der Mutter verbleiben dem Kind noch gewisse Rechte. Dem Sklave verbleiben keine Rechte gegenüber seinem Herrn. Deshalb ist die Selbst-Entsagung, die jemand übt, der sich der Muttergottes als Sklave verspricht, in einem gewissen Sinn tiefgründiger, als dessen, der sich nur als Kind Mariens betrachtet.

Der hl. Ludwig will nicht die Bezeichnung Kind ausschließen, er möchte aber beide, Kind und Sklave, vereinigen. Weil wir uns als Kinder Mariens und in Sie eine unvergleichbare und vollendete Mutter erkennen, aber vor allem die Mutter Gottes, wollen wir der Eigenschaft eines Kindes, auch die des Sklaven hinzufügen.

Die Übung dieser Andacht bedeutet eine sehr tiefe Entsagung unsererseits. Nun aber, welche Vorteile bringt sie uns? Sie können in einigen Punkten zusammengefasst werden. Einige haben wir schon behandelt.

Wenn wir uns an die Rolle Mariens im Mystischen Leib Christi erinnern – sie ist es ja, die diesen Leib erzeugt – und welch große Fürbitterin und Mittlerin sie zwischen Jesus Christus und den Menschen ist, verstehen wir, dass alles was mehr mit ihr vereint ist, näher bei Gott ist.

Wir erwähnten schon den Vergleich bezüglich der Stellung Mariens im Leben der Gnade, nach dem sie zu Unserem Herrn steht, wie die Kristallscheibe vor der Heiligen Hostie in der Monstranz zur Eucharistie. Wir können nicht unterscheiden zwischen unserem Blick auf die Kristallscheibe und dem Blick auf das Allerheiligste. So können wir auch nicht die Andacht zu Maria von der Andacht zu Jesus trennen. Es ist ein und dasselbe. In der Andacht zu Maria haben wir das einzige und beste wahre Mittel, um Jesus auf bester Art zu verehren.

Wenn Maria der Kanal ist, wo kommt jemand hin, wenn er ihn benutzt? Bis zum Endpunkt. Sie ist der Weg, um dort anzukommen. Wer sich dieses Mittels in vollem Ausmaß bedient, kommt unweigerlich zum Ziel. Wenn sich eine Seele also in eine enge Vereinigung mit Maria begibt, der erreicht unbedingt eine innerliche Vereinigung mit Jesus.

In diesem Akt der Sklavenweihe geht es nicht darum eine innige Vereinigung mit Maria zu erreichen, sondern die innigste Vereinigung die je eine Kreatur in unseren Umständen erreichen kann. Das ist charakteristische Note der Andacht, die der hl. Ludwig empfiehlt. Man kann nicht sagen, dass eine Methode ist, die zu einer engen Vereinigung mit Maria führt. Es ist viel mehr als das. Je mehr wir auch unseren Geist anstrengen, wir werden keine Methode finden, die mehr als diese eine Kreatur mit Maria verbindet als diese.

Also wenn jemand

– als Kind Mariens sich außerdem ihr vollständig als Sklave weiht;

– vorhat, aus der katholischen Lehre alle Konsequenzen bezüglich der Gottesmutter zu ziehen;

– und so in einer ständigen und innigen Vereinigung mit Maria lebt,

dann erreicht er unbedingt den höchsten Grad der Andacht zu ihr, denn es scheint mir unvorstellbar, dass die Verehrung Mariens einen höchsten Grad der Vereinigung, der Innigkeit, der Vollkommenheit erreichen kann als diese vom hl. Ludwig empfohlene Andacht.

 

Die Belohnung des Sklaventums ist Unser Herr Jesus Christus

Die Frage nach dem Vorteil dieser Andacht, verlagert nun auf ein anderen Punkt: Was ist der Vorteil, die innigste Vereinigung mit Maria zu haben, die je eine Kreatur erreichen kann?

Die Antwort kommt von selbst: Man braucht bloß zu erwägen wer sie ist. Maria ist unsere Mutter und zugleich die Mutter Unseres Herrn Jesus Christus. Als unsere Mutter wendet sie uns gegenüber – wenn man es mit Respekt sagen darf – alle Vorurteile, Parteilichkeiten und parti pris  (vorgefasste Meinung) an, die eine gute Mutter für ihr Kind einsetzt. Mütterliche Liebe grenzt fast an Hinterlist. In etlichen Gelegenheiten, in denen der Teufel gezwungen wurde, von der Muttergottes zu reden, wirft er ihr gerade dies vor: Sie störe das Gesetz der Gerechtigkeit und begeht Betrügereien gegen die Hölle. Natürlich ist dies eine Lüge, eine Blasphemie. Maria ist es unmöglich etwas zu tun, was nur einen Tropfen Böses beinhaltet. Das bedeutet aber, dass ihre mütterliche Barmherzigkeit und ihr mütterlicher Schutz so weit geht, dass sie dem Undenkbaren und Unvorstellbaren nahe kommen.

Maria ist unvergleichbar in allem besser, als alle Mütter der Erde. Sie liebt uns mehr, als unsere leibliche Mutter uns liebt. Diese ist im Vergleich zu Maria, weiter von uns entfernt, als eine Gouvernante von uns entfernt ist im Vergleich zu unserer Mutter. Das ist das Verhältnis. Maria ist viel wahrhaftiger unsere Mutter, als unsere leibliche Mutter es ist. Nun, wir wissen, wie weit unsere Mutter für uns gehen würde, um uns Gutes zu tun. Zu was ist dann Maria für uns fähig?

Nie haben wir auf Erden gesehen, dass ein Kind aus äußerste Liebe zu seiner Mutter, allem entsagte und sich ihr als Sklave zur Verfügung stellte. Wohin kann die Liebe Mariens führen, wenn sie ein Kind sieht, das ihr gegenüber so handelt? Sie ist die vollendete Mutter; er ist der vollendete Sohn. Die Belohnung kann nur eine perfekte sein.

Doch im Fall des Mariensklaventums wird die Belohnung im nicht im Verhältnis sein, mit dem, was wir gegeben haben, sondern zum Edelmut derer, die es im Empfang nimmt. Es ist den Müttern eigen: Wenn ein Kind ihr ein Geschenk gibt, besteht ihre Freude nicht darin, den Preis des Geschenks zu erraten und mit gleichem Wert Dank zu erweisen. Die Mutterliebe erwidert, so klein und arm auch das Geschenk des Kindes ist, mit übergroßer Fülle. Das ist die Eigenschaft der mütterlichen Lieben.

Wenn wir also der Muttergottes alles schenken, was wir können, und nicht nur ein kleines Geschenk, mit was wird sie es erwidern? Mit einer solchen Fülle an Gnaden, an Wohltaten und Schutz, dass es einfach in der menschlichen Sprache keinen Begriff gibt, der das ausdrücken könnte.

Über die Vorteile der Andacht zu Maria, gibt es nur eines zu sagen: Die Größe der Belohnung verschlägt einen die Sprache. Was hat denn Maria am kostbarsten? Es ist Unseres Herr Jesus Christus selbst, die fleischgewordene Weisheit.

Es gibt einen ergreifenden Ausdruck dieser Erwiderung in einer Marienstatue, wo sie lächelnd das Jesuskind dem Betenden entgegenreicht. Welsch eine tiefe Bedeutung! In Wahrheit, die beste Belohnung, die sie uns geben kann, ist Unser Herr Jesus Christus, ihn lieben und mit ihm vereint sein,  ihm gehorchen. Dies ist eine Belohnung, die jede Sprache übersteigt.

Gott sagte dem Abraham von sich selbst: „Ego sum merces tua magna nimis“ – Ich bin dein sehr großer Lohn (Gen 1,15). Wer Gott als Lohn bekommt, bekommt einen übergroßen Lohn. Und das ist der erhabene Lohn der Weihe an Maria.

Statue von Ludwig Maria Grignion von Montfort im Vatikan.

Die Andacht zu Maria vermehrt unsere Tugenden und vereint uns immer mehr mit Unserem Herrn Jesus Christus

Mit der Hilfe der Gnade üben wir in unserer Seelenfamilie eine Reihe von Tugenden, durch die wir uns ganz besonders der katholischen Kirche, dem mystischen Leib Christi verbunden sein wollen: Die Tugend des katholischen Gefühls, der Reinheit, dem Opfersinn, die Selbstverleugnung, die Liebe zur Arbeit, zur Abtötung, zum Fleiß, die Liebe für das Methodische solang es nicht geometrisch ist usw. Wir wollen letztlich alle Tugenden erhalten, um uns mit Jesus zu vereinen.

Die beste Art diese Tugenden zu erhalten, ist die Übung der Andacht zu Maria. Sie wird uns diese Tugenden auf bester Weise, auf direktem Weg, am schnellsten und sichersten vermitteln, als jede andere Art.

In der Praxis geschieht das aber nicht nur durch das Anhören einer Erklärung vom hl. Ludwig oder durch das Lesen seiner Abhandlung und alles im Gedächtnis zu behalten, sondern durch einen gewissen Grad geistlichen Lebens, den wir zu erreichen wünschen. Dies besteht in der ernsthaften Kenntnis von dem, was wir von Maria erwarten können und wir ihr gegenüber zu handeln.

Die Verehrung Mariens verstärkt in uns die Fähigkeit zu leiden

Auf einer viel höheren Ebene, können wir von Maria erwarten, was ein Kind von seiner Mutter erwartet?

Es gibt zwei Arten von Müttern: Die guten und die halb-guten. Die halb-gute Mutter – die leider unter den lateinischen Völkern sehr häufig vorkommt – hat Mitleid mit ihrem Kind und will nicht, dass er leide. Sie paktiert mit allen Streichen des Kindes, mit all seinen Fehler in der Erfüllung seiner Pflichten, mit seiner Faulheit, sie befreit ihn von allen Regeln und schadet somit unbedingt seiner Charakterbildung.

Es gibt aber eine andere Sorte von Mutter, die, wegen der  Unbeständigkeit des Menschen, weiß, dass es kein anderes Mittel gibt, als zu leiden, leiden und viel zu leiden, um die Seele zu erweitern, zu heiligen und zu erheben. Sie weis, dass man leiden muss, um zu lernen, das man leiden muss, um im leben zu kämpfen, das man leiden muss, um zu leben, leiden in jeglicher Situation. Sie weiß, dass der Mensch etwas Wert ist, in dem Maße wie er leidet. Diese Mutter sorgt sich, um die Leiden ihrer Kinder zu lindern, im Maße des Möglichen und ihnen nicht schade. Doch jedes Maß an Leiden, das eine gute Erziehung verlangt, wird eine gute Mutter wollen, dass es ihr Kind erreicht. Sie beschränkt sich ihn im Leiden zu trösten, damit er Kraft und Mut aufbringe, zu leiden, was ihm zusteht. Sie will aber, dass er leide. Die Muttergottes handelt ebenso.

  Es wäre trügerisch, die Leben der Heiligen, die „Blumenlese“ Mariens zu lesen und einige außerordentliche Gnaden, die sie verleiht, einseitig zu betrachten. Zum Beispiel, der hl. Franz von Sales, am Höhepunkt seiner erbarmungslosen Prüfung bezüglich der qualvollen Frage der Prädestination, abgemagert und verzehrt, in großer geistlicher Trockenheit, wie mit einer procella tenebrarum in der Seele, nähert sich einer Marienfigur und betet das Memorare; sofort verziehen sich die dunklen Wolken und er spürt einen innerlichen Frieden und Ruhe; die seelische Krise war überwunden.

Solche Ereignisse gibt in großer Zahl und man verspürt einen tief erbauenden Eindruck, der sehr wirksam ist für das geistliche Leben. Man darf sich aber nicht einseitig sein.

Die Muttergottes lindert des Öfteren unsere geistlichen Prüfungen, wie eine gute Mutter das Leiden des Kindes in ein angebrachtes Maß lindert. Es gibt jedoch eine notwendige und nicht so kleine Grenze für jedes Leiden. Aus dieser befreit uns Maria nicht.

Man darf nicht denken, dass die Andacht zu Maria so etwas wie eine Art Morphium für das geistliche Leben ist, das man einmal einnimmt, und alle Schmerzen verfliegen. Nein – und der hl. Ludwig besteht darauf – Maria nimmt uns nicht das Gewicht des Kreuzes von der Schulter, sondern gibt uns Kraft, es zu tragen. Sie gibt uns Liebe zu Kreuz und zum Leiden. Dies ist die Frucht der wahren Andacht zu Maria.

 

fortgesetzt werden

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