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Der Adel und die Vergleichbaren Traditionellen Eliten

in den Ansprachen von Papst Pius XII

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leuchtete ein Licht am Himmel und weckte die schlafenden Hirten in der Nähe von Bethlehem. Durch einen Stern fanden die Könige den Weg, der sie zur Wiege des Gotteskindes führte. Die Frömmigkeit der Gläubigen am Weihnachtsfest, verweilt zum Jahreswechsel und zu Drei Könige, wenn sie die ersten Ereignissen der irdischen Daseins des Herrn gerührt wahrnimmt, immer in der Betrachtung des morgenländischen Nachthimmels, der herrlich beleuchtet wird von einer verheißungsvollen Klarheit.

Die Anbetung des Jesuskindes durch die Hirten

Leider erweckt in diesen dunklen Tagen das Wort Morgenland mit Sturheit, in unserem besorgten und erschöpften Verstand, einer klägliche Verknüpfung von Bildern: Wir denken an Russland und die Länder jenseits des eisernen Vorhangs, voller Gefängnisse, in denen unsere Brüder im Glauben stöhnen, an Arsenale und Kasernen, die bereit sind, sich für den nächsten Weltkrieg zu öffnen. Von dort aus beginnen wir, über die „Sputniks“ zu sinnen, und sehen im Geiste ein Firmament, in dem anstelle des Sterns von Bethlehem zwei Satelliten zu sehen sind, die stolz die Macht des modernen Antichristen verkünden.

Wir wissen aber sehr gut — und wehe uns, wenn wir nicht den Trost hätten, es zu wissen —, dass die geistigen Klarheiten von Weihnachten und Dreikönigstag niemals durch die ansehnlichen, jedoch falschen und kurzlebigen Triumphe von Menschen oder Dämonen getrübt werden. Es besteht kein Zweifel, dass wir, wenn wir zu Füßen der Krippe meditieren, Ermutigung für alle Müdigkeit und Kraft für alle Kämpfe finden werden. Gerade deshalb lasst uns in diesem ersten Artikel des Jahres beginnen, indem wir im Geiste vor Unserer Lieben Frau und dem heiligen Josef niederknien und beiden ihre unvorstellbare Fürsprache bei dem Erwarteten der Nationen anflehen. Bitten wir, uns dieses zerknirschte und zerschlagene Herz zu geben, das Gott nicht verschmäht (Ps 50,19). Bitten wir, dass er uns den Geist des Gebets und der Buße der Anachoreten, den Mut der Kreuzfahrer und Missionare, die Schlauheit und die heilige Beharrlichkeit der Bekenner gewährt, um der Sache der Kirche zu dienen. Bitten wir ihn, uns den unzerbrechlichen, akuten, rein katholischen Sinn zu gewähren, um im Lichte der Lehre der Kirche die Ereignisse unserer Zeit zu betrachten. Dies dargelegt, gehen wir zur Analyse der Situation, in der sich die Welt in diesem Jahreswechsel 1957 und 1958 befindet.

Reise der Könige

Jemand – Joseph de Maistre, wenn ich mich nicht irre – sagte mit großem Geist, dass Österreich, Frankreich, England, Spanien Nationen seien, die Armeen hätten. Preußen dagegen sei eine Armee, die eine Nation hatte.

Um es mit anderen Worten zu sagen, die Länder des Westens haben politische Parteien. Das heutige Russland ist kein Land, das Parteien hat: Es ist eine Partei, die ein Land hat.

Mit anderen Worten, eine Gruppe absolut fanatischer Sektierer ergriff einen immensen Staat, unterwarf ihn durch Terror einer schrecklichen Sklaverei und saugte dann alle seine Ressourcen auf, um eine wissenschaftliche Maschine der Subversion und Aggression aufzubauen, die sich gegen das ganze Universum wendet. Es ist nicht verwunderlich, dass Sowjetrussland mit all seinen Ressourcen auf diese beiden Punkte Ergebnisse erzielt, die denen anderer Völker überlegen sind, die ihre Mittel in tausend anderen Bereichen einsetzen: Kunst, Kultur, öffentliche Gesundheit usw.

Nur Einfaltspinsel – die Plattheit der Sache erfordert die Plattheit des Wortes – können aus russischen Erfolgen schließen, dass das kommunistische Regime effizienter ist als das unsere.

Die Anbetung der Könige

Dieses festgestellt, fügen wir jedoch hinzu, dass die sowjetischen Erfolge immens sind: fast die gesamte gelbe Welt, fast die gesamte arabische Welt befindet sich in ihrem Aktionsradius. Es ist sinnlos, die Augen vor dieser Realität zu verschließen. In den afrikanischen Weiten, die vom Kongo bis zum Kap reichen, sind merkwürdige Bewegungen festzustellen, die zeigen, dass auch dort die sowjetische Hypnose begonnen hat. Natürlich erscheint die Schlange diesen Völkern in Asien und Afrika nicht sofort, mit dem roten Stern auf der Stirn. Sie verschleiert ihre Absichten, indem sie Lobeslieder dem Halbmond des Islam, der alten Kultur der gelben Rasse oder zum Mitleid des Unglücks der schwarzen Rasse mit unvordenklichem Ursprung singt. In diesem Lied – und wäre es keine Schlange! – mischt sie auch etwas Wahres und Gutes bei. Das Böse ist in der ersten Phase weniger in den Texten als in der Musik. In den Tönen und Unterhaltungen dieser Kampagne weiß sie, wie man Trends, Ressentiments, verrückte Träume weckt, die später nicht aufhören werden und deren eigene und natürliche Dynamik zum Kommunismus führt. Das perfide Reptil gibt den Schein den Stein nur ein wenig schieben zu wollen. Dieser wird dann von allein dem Berg hinunter rollen…

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Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google Übersetzer in Catolicismo Nr. 85, Januar 1958.

Deutsche Fassung zuerst erschienen im Blog Plinio Correa de Oliveira, www:p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck der deutschen Fassung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

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Fröhliche Weihnachten

 

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Die Sorgen und Freuden Unserer Lieben Frau und des Heiligen Josef bei der Geburt des Jesuskindes:

So sollten wir sein

Zu Heiligabend möchte ich Ihnen einige entsprechende Worte sagen.

Wir werden in ein neues Jahr eingehen in einer Situation, dass wir heute eine Weihnachtsfeier planen, aber in der Tat nicht wissen, unter welchen Bedingungen diese Feier stattfinden wird. Wir werden Heiligabend in Ungewissheit, Unsicherheit und Prüfung durchgehen.

Jemand könnte sagen, aber wird dies eine Weihnachtsnacht sein? Besteht Heiligabend nicht nur aus Freuden, Trost und Zufriedenheit? Wie lässt sich eine Spur von Traurigkeit und Besorgnis mit der heutigen Nacht vereinbaren?

Cuzco-Schule

Unsere Liebe Frau und der Heilige Josef hatten am Heiligabend im Stall von Bethlehem Freuden, die keine Seele ausdrücken kann. Vor allem natürlich die Mutter Gottes. Es ist jedoch auch wahr, dass sie viel Bedrängnis durchgemacht hatten. Sie hatten eine Unterkunft an einem Ort gesucht, an dem zumindest relativ würdig das Jesuskind geboren werden konnte. Und der heilige Josef sah sich im Zustand der Demütigung da seine Frau, ein Kind in einem Stall gebären musste, und in einer Krippe legen, aus der die Tiere fressen. Für solch ein fabelhaftes Wunder, hätte es keine demütigeren Bedingungen für eine Geburt geben können. Wir können uns den Kummer Josefs und Marias vorstellen, dass sie nichts mehr als das dem Jesuskind darbringen konnten.

Und so sehen wir, dass sie an Heiligabend unergründliche und endlose Freuden hatten, aber auch ihre Schmerzen trugen.

Das Jesuskind war das Jesuskind. Es ging über alles das hinweg. Es wusste genau, dass dies den höchsten Fügungen der Heiligen Dreifaltigkeit entsprachen. Er, der das fleischgewordene Wort war, wusste es genau. Aber der hl. Josef und die Mutter Gottes wussten es vielleicht nicht, sie zweifelten vielleicht daran, was der Grund für diese Situation war, und ob sie nicht eine gewisse Schuld daran hatten. Und wahrscheinlich bat der hl. Josef, der für den Unterhalt der Heiligen Familie verantwortlich war, unseren Herrn um Vergebung für das, wofür er keine Schuld hatte, für den Stall, in dem der Sohn Gottes auf die Erde kam.

Aber die Freuden waren so überwältigend, dass wir die Traurigkeit, die sie hatten, völlig vergessen.

So sollten wir es am Heiligabend mit uns machen. Wir haben unsere Sorgen, wir sehen den Zustand der Kirche, wir sehen den Zustand der Christenheit, wir sehen, wie viel wir vor uns haben und wie wenige wir sind, um das zu erreichen, was wir wollen. Wir können uns vorstellen, dass wir mit einem Turm verglichen werden können, auf dem die Standarte der TFP gehisst ist, und wir sagen: für eine so große Standarte, wie klein ist dieser Turm. Es ist wahr. Aber Unsere Liebe Frau wollte diese Standarte in unsere Seele befestigen und wir entfalten sie vor den Augen der ganzen Welt.

Das freut uns. Und die Tatsache, dass Unsere Liebe Frau uns dazu bestimmt hat, macht uns viel mehr Freude als die Traurigkeit, nicht das zu tun, was wir eigentlich sollten.

Zu Füßen des neugeborenen Jesuskindes müssen wir für unsere Berufung danken. Diese Berufung ist ja nur möglich, weil Er Mensch geworden ist und wegen der kostbaren Erlösung, die er für uns erlangt hat. Wir sollten uns bei Unserer Lieben Frau, der universalen Mittlerin, Mutter des fleischgewordenen Wortes, und beim hl. Josef bedanken.

Aber wir müssen die Muttergottes, den hl. Josef und das Jesuskind, um diese Seelenfreude bitten, die allen Sorgen widersteht, die sich in der Freude, in der Perspektive des Kampfes, in der Perspektive des Heldentums, sogar in der Perspektive des Opfers bestätigt. Gewiss gibt uns die Berufung die Gewissheit des Versprechens von Fatima: Es wird geschehen, aber, sagt Unsere Liebe Frau, am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.

Der Tag des Sieges Unserer Lieben Frau in der Welt wird für uns ein Tag sein, wie einst der Weihnachtstag und der Tag der Auferstehung war. Ich wünsche, dass Unsere Liebe Frau Ihnen heute Abend all diese Freuden und Gnaden schenke, zumindest in einem Zustand der Voraussicht. Und möge sie Sie reichlich begünstigen, damit Sie nach Weihnachten immer mehr ihrer und immer mehr dem Jesuskind seid. Und auf diese Weise immer mehr der Kirche angehören.

Allen, meine Lieben, meine besten Empfehlungen.

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Übersetzung aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer

© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.

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Papst Pius XI. erklärt in der Enzyklika Divini Re­demptoris vom 19.3.1937 folgendes:

„Irren schändlich jene, die leichtsinnig behaupten, daß alle in der menschlichen Gesellschaft gleiche Rechte haben und daß es keine rechtmäßi­ge Über- und Unterordnung gibt.[1]

 

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[1] Acta Apostolicae Sedis, Bd. XXIX, N° 4, 31.3.1937, S. 81 und Utz-von Galen, II, 109.

Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, DOKUMENTE V.

 

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In dem Brief vom 5. Juli 1929 an den Bischof von Lille, Mons. Achille Lienart, erinnert die Heilige Kongregation des Konzils an die Prinzipien der ka­tholischen Sozialdoktrin und an die praktischen, mo­ralischen Anweisungen, die von der höchsten kirch­lichen Autorität erlassen wurden:

„Diejenigen, die sich des Titels als Christen rühmen, seien es Einzelpersonen, oder in Verbän­den zusammengeschlossen, dürfen keinesfalls, wenn sie sich ihrer Pflichten bewußt sind, Feind­schaften oder Eifersüchteleien zwischen den sozia­len Klassen entwickeln, sie müssen vielmehr den Frieden untereinander und die gegenseitige Liebe pflegen (Papst Pius X. Singulari quadam, vom 24.9.1912).

,Die katholischen Schriftsteller, wenn sie die Verteidigung der Proletarier und der Armen über­nehmen, mögen den Gebrauch von Ausdrücken vermeiden, die das Volk dazu ermuntern könnten, Abneigung gegen die höhergestellten sozialen Klassen zu entwickeln.  Sie mögen sich daran erinnern, daß Jesus Christus alle Menschen mit einem Band gegenseitiger Liebe verbinden wollte, das vollkommene Gerechtigkeit darstellt und die Verpflichtung mit einschließt, daß jeder zum Wohl aller zu arbeiten hat’ (Anweisung der Heiligen Vatikanskongregation für außerordentliche, kirch­liche Angelegenheiten, vom 27.1.1902).

Marx auf den Straßen von Dublin. Foto von infomatique

,Diejenigen, die dieser Art von Institutionen vorstehen (deren Zweck es ist, den Wohlstand der Arbeiter zu fördern) müssen sich daran erinnern [… ], daß nichts sosehr dazu geeignet ist, die allge­meine Wohlfahrt sicherzustellen, wie die Harmonie unter allen Klassen und daß die christliche Näch­stenliebe das beste Anzeichen der Eintracht unter ihnen ist. Es würde also sehr zum Nachteil des Arbeiters gereichen, wenn jene, welche die Absicht haben, seine Lebensbedingungen zu verbessern, ihm nur dabei helfen würden, vergängliche und geringe Güter dieser Erde zu erringen und nicht seinen Geist zur Mäßigung, durch die Betonung der christlichen Pflichten, bewegen würden. Noch schlimmer wäre es allerdings, wenn sie soweit gehen würden, den Haß auf die Reichen weiter anzuheizen, indem sie bittere und gewalttätige Reden halten, durch welche Menschen, die unserem Glauben fernstehen, gewöhnlich die Massen zum Umsturz der Gesellschaftsordnung drängen` (Papst Benedikt XV. an den Bischof von Bergamo, am 11.3.1920)“.[1]

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[1] Acta Apostolicae Sedis, Band XXI, N°10, 3.8.1929, S. 497-498.

 

­Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, DOKUMENTE V.

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Im Schreiben Soliti Nos vom 11.3.1920, an Mons. Marelli, Bischof von Bergamo, erklärt Papst Be­nedikt XV:

„Dagegen sollen diejenigen, die eine geringere Stellung einnehmen und weniger besitzen, einse­hen, daß die Verschiedenheit der Klassen in der bürgerlichen Gesellschaft aus der Natur stammt und daher auf den Willen Gottes zurückgeht: ‚denn er hat den Kleinen und den Großen gemacht’ (Weish. 6, 7), und zwar zum Wohle des Einzelnen wie der Gesellschaft. Sie mögen auch daran denken, daß ihnen, wenn immer sie etwas durch eigene Anstrengung oder die Hilfe guter Menschen zur Verbesserung ihrer Lage erreichen, genauso wie allen Menschen ein nicht geringes Maß an Leiden übrig bleibt. Wenn sie daher weise sind, werden sie nicht nutzlos nach Höherem streben, als sie erreichen können, und sie werden die Übel, denen sie nicht entfliehen können, geduldig ertra­gen in der Hoffnung auf die ewigen Güter“.1

1 Utz.-von Galen, XV, 13

Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, Dokumente V.

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von Plinio Corrêa de Oliveira

Wir möchten heute die herrlichen Worte des „Memorare“ betrachten. Es ist ein schönes Gebet, durch das wir die Barmherzigkeit der Muttergottes erflehen.

„Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria, von Ewigkeit her ist es nie gehört worden“… Das Wort „nie“ ist sehr kategorisch.

„… dass einer …“ Das heißt, wer immer es auch gewesen sei: Es gab nicht einen einzigen Fall.

„… der zu dir seine Zuflucht genommen, deine Hilfe angerufen, um deine Fürsprache gefleht, von dir sei verlassen worden …“

Zuflucht, Hilfe, Fürsprache. Zuflucht, um das Kommen der Versuchung zu vermeiden. Hilfe, in einer schwierigen Situation. Fürsprache, für jemanden, der der Gefahr erliegt, versinkt. Was auch immer: Es wurde nie gehört, dass jemand Zuflucht, Hilfe und Fürsprache von Maria erfleht hat, von ihr sei nicht erhört worden.

„… Von diesem Vertrauen beseelt, eile ich zu dir, Jungfrau der Jungfrauen und Mutter; zu dir komme ich …“

Das heißt, wenn du es nie unterlassen hast, jemanden zu schützen, so bin ich hier; ich, ein Mensch und als solcher getauft in der Heiligen Katholischen Kirche, ich bin dein Kind und ich komme und flehe um Hilfe. Ich werde versucht, ohne eigene Schuld, vielleicht bin ich sogar gefallen. Doch ich bin da, ich lebe, und deine Gnade erhält mich an diesem Leben. Und als lebender habe ich das Recht und die Pflicht zu dir zu beten. So bin ich also hier in vollem Vertrauen in deine Barmherzigkeit.

„… vor dir stehe ich seufzend als Sünder …“

Diese Feststellung ist ermutigend. Der Beter sagt nicht: „Ich, der Unschuldige, der Reine, der Unbefleckte; ich, ein Mensch ohne Makel komme zu dir und bitte um Hilfe. Meine Unschuld gibt mir das Recht auf deinen Schutz.“ Nein! Er sagt: Ich seufze unter der Last meiner Sünden… Es sind so viele, dass sie mich zu Boden drücken. Ich liege hier unter der Last meiner Sünden und diese Last erdrückt mich dermaßen, dass ich seufze. Und was mache ich seufzend unter der Last meiner Sünden? Ich werfe mich vor dir nieder. Ich komme zu dir, o meine Mutter, ich greife nach dir, erdrückt von meinen Sünden.

Und dann kommt die Folgerung:

„… Verschmähe nicht meine Worte, du Mutter des Wortes, sondern höre sie gnädig an und erhöre mich. Amen“

Der Gedanke ist herrlich: Höre gnädig und mit wohlwollen an, was ich dir zu sagen habe. Deinerseits erwarte ich ein Lächeln und das du gewährst, was ich dich bitte. Amen.

*   *   *

Gemälde von Jean-Victor Schnetz

Sagen wir nun etwas über das Gebet in seiner Gesamtheit.

Es ist eine rührende und kindliche Äußerung von Vertrauen einer jeden Seele, in jedwedem Stand, in jeglicher Situation zur Gottesmutter. Ein Vertrauen, dass sie mit Mut erfüllt und bewirkt, dass sie sich Maria zuwendet und sagt: „Ich bitte dich, habe Mitleid mit mir und hilf mir.“

Der Gedankengang dieses Gebets ist sehr einfach: „Nie hast du jemand verlassen; nun, ich bin jemand, also wirst du auch mich nicht verlassen.“

Es ist eine sehr logische Überlegung, sehr folgerichtig, sehr überzeugend, schematisch sehr einfach, unwiderstehlich, ausgedrückt in einer frommen und andächtigen Sprache. Eine schöne Ausdrucksweise, die außerdem einen echten theologischen Inhalt besitzt.

Maria ist die Mutter eines jeden Menschen. Daher wird sie es nie unterlassen jemanden zu Hilfe zu kommen, der sie angerufen hat.

Nie wird es überflüssig sein auf diesen Punkt hinzuweisen: Es ist notwendig sie anzurufen, es ist notwendig immer zu ihr unsere Zuflucht zu nehmen, vor allem in den schwierigsten Zeiten unseres Lebens; in den Zeiten der Versuchungen, der Prüfungen, der Ängste und des Leidens, oder auch bei den gewöhnlichen Problemen des alltäglichen Lebens.

Zum Beispiel, in unseren Tätigkeiten des Apostolats, in unseren Taten der Nächstenliebe müssen wir immer vertrauen und die Hilfe Mariens erflehen. Sie bitten, damit sie das Gespräch mit einer bedrückten Seele oder mit jemandem, bei dem wir merken, wie er auf den Pfaden der Tugend strauchelt, führe. Dann sollen wir sagen: „Meine Mutter, siehe diesen lauen und weichen Menschen, der Gefahr läuft sich von dir zu entfernen. Gib ihm etwas von deiner Lebenskraft und von deinem Eifer.“

Und wenn ich dieser Weichling bin, sage ich ihr: „Meine Mutter, gieße mir deinen Eifer ein. Ich sehe mich versunken in einem gleichgültigen Müßiggang, den ich jedoch verabscheue, und du noch mehr als ich. Hab erbarmen mit mir und heile mich von diesem Aussatz.“

Und so wie im Apostolat, sollen wir auch in unseren gesellschaftlichen und beruflichen Beschäftigungen Maria als eine äußerst gütige Mutter begegnen, der wir um alles bitten, was unsere Seele begehrt oder was sie benötigt, vor allem wenn es zu ihrem Ruhm und Ehre gereichen soll.

Nach der guten katholischen Tradition, sind die Engel stets bereit, uns zu Hilfe zu eilen und zu beschützen, während die Teufel, im Gegenteil, uns Schaden zufügen und uns durcheinander bringen wollen.

Bekannt sind die schlechten Einflüsse der bösen Geister, die im ländlichen Haushalt immer wieder für Ärger sorgen. Diese Erwähnung kann amüsant klingen, ist aber noch ein Ausdruck der Unschuld des ländlichen Lebens – einer „heilen Welt“ – im Gegensatz zum Russ und höllischen Durcheinander der großen Metropolen.

Gemälde von Félix de Vigne

Es ist amüsant, beinhaltet aber doch eine Realität: Wie oft unternehmen wir etwas und es geht schief aus, Warum? Nicht selten ist es durch den außernatürlichen Einfluss eines Teufels. In diesen Augenblicken besteht die richtige Haltung nicht in Nervosität, Entsetzen oder Verzweiflung, sondern im Beten.

„Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria …“ Will heißen, die Lösung unserer Schwierigkeiten, der großen und der kleinen, besteht im ständigen Vertrauen, zu jeder Stunde, in den unfehlbaren Beistand Mariens.

Nach einer mittelalterlichen Legende ist der Mönch Theophilus einen Pakt mit dem Teufel eingegangen, der ihn aus einer Geldnotlage half, verlangte aber dafür seine Seele. Theophilus bereute später seine Tat und bat der Muttergottes um Befreiung des Verprechens an den Teufel. Die Szene zeigt den flehenden Mönch und die Muttergottes, wie sie dem Teufel zur Herausgabe des Pergaments zwingt, der den Pakt besiegelt hatte, und vernichtet ihn.

Wahrlich „es ist noch NIE gehört,  … dass jemand von dir sei verlassen worden!“

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Papst Benedikt XV. fährt in der Enzyklika fort:

Gemälde von João Zeferino da Costa

„Gewiß, diese Liebe vermag nicht, die Un­terschiede der Lebensstellungen und Stände aufzuheben. Das ist ebenso unmöglich, wie allen Gliedern am lebenden Leibe dieselbe Aufgabe, dieselbe Würde zuzuweisen. Das aber wird die Liebe bewirken, daß die höher Ge­stellten sich herablassen zu denen, die in be­scheidenen Verhältnissen leben, und diesen ge­genüber nicht bloß, wie es sich gehört, Gerech­tigkeit üben, sondern ihnen entgegenkommen mit Wohlwollen, mit Freundlichkeit und Geduld.

Gemälde von Jean-Baptiste-Siméon Chardin

Die vom Glück weniger Begünstigten ihrerseits sollen sich freuen über den Wohlstand der andern und deren Hilfe vertrauensvoll erwarten; gerade­so wie unter den Kindern derselben Familie das jüngere sich auf den Schutz und die Hilfe des älteren verläßt“.[1]

[1] Idem, S. 19.

­Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, Dokumente V.

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In der Enzyklika Ad Beatissimi vom 1.11.1914, erklärt Papst Benedikt XV:

„Auf der einen Seite stehen jene, denen ein glück­liches Los irdische Güter in Fülle gespendet oder der eigene Fleiß zum Wohlstand verholfen hat, und ihnen gegenüber die unterste Klasse des Volkes und die Arbeiterwelt, voll Haß und Neid deswegen, weil sie, obschon gleicher Natur, nicht auch in densel­ben glücklichen Verhältnissen leben.

Chinese poster saying: “Destroy the old world; build a new world.”

Sie sind irre­geführt durch falsche Vorspiegelungen der Volksauf­wiegler, deren Wink sie willenlos folgen. Wie wäre es da möglich, ihnen die Überzeugung beizubrin­gen: daraus daß die Menschen alle die gleiche Natur haben, folge keineswegs, daß auch alle in der Gesellschaft den gleichen Platz einnehmen müßten, sondern das sei die jedem zukommende Stellung, die er, wo nicht widrige Schicksale im Wege stehen, durch eigene sittliche Anstrengung erworben hat. Wenn daher die weniger Bemittelten die Wohlhabenden bekämpfen, als hätten sich diese in den Besitz fremden Gutes gesetzt, so sündigen sie nicht nur gegen Gerechtigkeit und Liebe, sondern auch gegen die gesunde Vernunft; denn auch  sie könnten, wenn sie nur wollten, durch ehrliche Arbeit ihr Los zu verbessern suchen. – Wir brauchen nicht auszuführen, welche Nachteile dieser Kampf des Neides den einzel­nen wie der Gesellschaft bringt“.[1]

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[1] Rundschreiben Ad beatissimi Apostolorum Principis vom 1. November 1914, Freiburg im Breisgau, Herder, 1915, S. 17-19.

Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, Dokumente V.

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Der hl. Papst Pius X. fährt im gleichen Schrei­ben fort:

„Und wenn Jesus auch gut gewesen ist zu den Verirrten und Sündern, so hat er doch niemals ihre falschen Überzeugungen respek­tiert, so aufrichtig sie auch scheinen mochten; er hat sie alle geliebt, um sie zu belehren, zu bekehren und zu retten. Wenn er die Mühseligen und Beladenen zu sich gerufen hat, um sie zu er­quicken, so nicht, um ihnen den Neid einer utopi­schen Gleichheit zu predigen. Wenn er die Nied­rigen erhöht hat, so nicht, um ihnen das Gefühl einer unabhängigen und ungehorsa­men Würde einzuflößen“.[1]

[1] Utz-von Galen, XXIII, 270.

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Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, Dokumente V, No. 11, pg. 341.

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Eine gewisse Art von Demokratie geht in ihrer Entartung so weit, daß sie die Souveränität in der Gesellschaft dem Volk zuspricht und die verschiedenen Klassen zu beseitigen beabsichtigt

Im Apostolischen Sendschreiben Notre Charge Apostolique des hl. Papst Pius X. vom 25.8.1910 steht:

„ …. die ,Sillon’-Bewegung ist, verleitet durch eine falsch verstandene Liebe zu den Schwachen, dem Irrtum verfallen.

Marc Sangnier, die Bewegung Le Sillon gründete.

In der Tat hat die ,Sillon’-Bewegung sich zum Ziel gesetzt, die Lage der Arbeiterklassen zu verbessern und umzugestalten. In dieser Materie aber sind die Prinzipien der katholi­schen Doktrin ein für allemal festgelegt, und die Geschichte der christlichen Kultur beweist ihren Nutzen und ihre Fruchtbarkeit.

Unser Vor­gänger seligen Angedenkens hat sie in seinen Lehrschreiben erwähnt, die alle Katholiken, die sich mit sozialen Fragen befassen, studieren und stets vor Augen haben sollen.

Er hat insbesondere gelehrt, die christliche Demokratie solle ‚die Ver­schiedenheit der sozialen Schichten beibehal­ten, die sicherlich das Charakteristikum eines wohlgeordneten Staates ist, und für die mensch­liche Gesellschaft jene Form und jenen Charakter wünschen, den Gott, ihr Schöpfer, ihr gegeben hat` [Enzyklika Graves de communi]

Er brandmarkte `eine gewisse Demokratie, die in ihrer Entar­tung so weit ging, daß sie die Souveränität in der Gesellschaft dem Volke zuspricht und die Besei­tigung und Einebnung aller sozialen Unter­schiede anstrebt´“.[1]

[1] Utz-von Galen, XXIII, 236-237.

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Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, Dokumente V, No. 10, pg. 341.

 

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Die Notwendigkeit, die Tradition und die Familie zu verteidigen, wird im Allgemeinen gut verstanden. Aber eine starke revolutionäre Propaganda, die mindestens bis auf Jean-Jacques Rousseau und auf Proudhon zurückgeht — „Eigentum ist Diebstahl“ — hat selbst bei Nicht-Kommunisten und bei einer großen Anzahl von Katholiken ein schlechtes Gewissen hinsichtlich des Rechts auf Eigentum hervorgerufen.

Jean-Jacques Rousseau

Tradition

Zwanzig Jahrhunderte des religiösen und zivilisatorischen Wirkens der Kirche haben in unseren Seelen, in unserer Gesellschaft, übernatürliche und natürliche, individuelle und soziale, unschätzbare Werte angesammelt. Eine lange Beständigkeit über die Generationen hinweg hat ihnen die Bedeutung verliehen, die den großen Traditionen innewohnt.

Die Prinzipien, die die wahre Zivilisation leiten, zu bewahren, auszubreiten und zu verkünden, heißt, dem Herzen unserer christlichen Tradition zu dienen.

Pierre-Joseph Proudhon 1809-1865. Er war ein französischer Soziologe und gilt als einer der ersten Vertreter des solidarischen Anarchismus.

Familie

Wie jeder weiß, ist sie die Zelle der Gesellschaft. Von Jesus Christus zur Würde eines Sakraments erhoben, gibt der Ehebund christlicher Eheleute der Familie eine Stabilität, der väterlichen Autorität eine Würde und Kraft, der Mutterliebe die Zuneigung der Kinder und den geschwisterlichen Beziehungen eine Bindungskraft, die die familiäre Institution zu ihrer Vervollkommnung führen.

Sie zu verkünden und auf jede mögliche Art zu verbreiten, heißt, den individuellen und sozialen Widerstand gegen die gefährliche Ideologie, die die Ehe ausrotten, die familiäre Gesellschaft zerstückeln und den freien Bund triumphieren lassen will, zu stärken.

Daß die ge¬sellschaftlichen Unterschiede, die Euch nicht nur aus der Masse hervorheben, sondern Euch auch besondere Pflichten zum Wohle der Allgemeinheit auferlegen. Daß die obersten Gesellschaftsklassen dem Volke große Vorteile aber auch schweren Schaden bringen können.

Kaiser Karl I., Kaiserin Zita und königliche Familie

Privateigentum

Das Eigentum ist ein heiliges Recht, das mit der menschlichen Natur verbunden ist: mit seiner Freiheit und seiner Würde. Denn:

– Der Mensch ist mit Vernunft ausgestattet und hat das Recht auf Freiheit, um seiner Bestimmung gemäß zu handeln.

– Diese Freiheit zu handeln beinhaltet das Recht auf Arbeit, um für seine Bedürfnisse aufzukommen.

– Das Recht auf Arbeit beinhaltet das Recht auf die Früchte der Arbeit: Das ist das Recht auf Eigentum; ohne dieses ist das menschliche Wesen ein Sklave ohne Freiheit, den man der Früchte seiner Arbeit beraubt.

Das Eigentum ist also das Recht, über die Früchte seiner Arbeit zu bestimmen. Es ergibt sich aus der Freiheit und der Arbeit des Menschen.

Im Manifest der Kommunistischen Partei von 1848 bekräftigen Marx und Engels: „Die Kommunisten können ihre Theorie in dieser einzigen Formel zusammenfassen: Abschaffung des Privateigentums“.

Diese Abschaffung führt zur Verleugnung der menschlichen Person, denn dem Individuum das Recht auf Eigentum zu nehmen, heißt, ihm das Recht zu nehmen, über die Früchte seiner Arbeit so zu verfügen, wie er es möchte, also seine Autonomie und seine Freiheit zu leugnen.

– Die Anerkennung der persönlichen Würde des Menschen bleibt bestehen oder geht verloren, je nachdem, ob man ihm das Recht auf Eigentum zugesteht oder nicht, bestätigt Pius XII. (vgl. Pius XII., Ansprache beim privaten Rechtskongress, 1948).

Die Möglichkeit, ein Erbe anzusammeln, mag es auch noch so bescheiden sein, und es seiner Gattin und seinen Kindern zu vermachen, ist der beste natürliche Anstoß für die menschliche Kreativität.

Und die Erbschaft ist die Institution, die Familie und Eigentum in sich vereint, sie beinhaltet auch die Tradition, die der folgenden Generation übergeben wird.

(*) Plinio Corrêa de Oliveira zum 100. Geburtstag

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Kapitel II

Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler.(56) Nach on offenen Einschüchterungsaktionen geprägten Reichtagswahlen vom 5. März erhielt das alsozialistische Kabinett mit dem Ermächtigungsgesetz freie Hand. Man schrieb den 23. März 1933. im Frühling desselben Jahres verlangte der Führer den Abschluss eines Konkordats zwischen demgen Stuhl und der neuen Regierung. Die Vereinbarungen wurden am 20. Juli 1933 im Vatikan eichnet.(57) Der heilige Stuhl erklärte allerdings, dass das Konkordat auf keinen Fall den Anschein einer ißung der Lehren und Tendenzen des Nationallsozialismus bedeutete.(58)

Hitler ernannte Alfred Rosenberg, den Mann, der „die Oberschicht aller in der NSDAP vertretenen, irche und dem Christentum feindlich gesinnten Kräfte“(59) vertrat, zu seinem „Wächter“ über die gische Bildung in der Partei und allen dieser angschlossenen Vereinigungen. In dem von 1935 bis zum des Regimes reichenden Jahrzehnt nahm der Kampf gegen die Religion mit der fortschreitenden ßung katholischer Schulen, Vereinigungen und Presseorgane und der systematischen Verunglimpfung rchlichen Grundsätze und Einrichtungen immer schärfere Formen an.

Am 14. März 1937 erschien die Enzyklika Pius‘ XI. Mit brennender Sorge. Im Bestreben, den sglauben, die „erste und unersetzliche Grundlage einer jeden Religion“, in deutschen Landen rein und sehrt zu bewahren, verurteilte der Papst darin die nationalsozialistischen Irrtümer, indem er unter em behauptete:

„Wer die Rasse oder das Volk, oder den Staat, oder die Staatsform, die Träger der gewalt oder andere Grundwerte menschlicher Gemeinschaftsgestaltung – die innerhalb der irdischen ung einen wesentlichen und ehregebietenden Platz behaupten – aus dieser ihrer irdischen Wertskala slöst, sie zur höchsten Norm aller, auch der religiösen Werte macht und sie mit Götzenkult vergöttert, rkehrt und fälscht die gottgeschaffene und gottbefohlene Ordnung der Dinge. Ein solcher ist weit von m Gottesglauben und einer solchem Glauben entsprechenden Lebensauffassung entfernt“.(60)

Die Enzyklika Mit brennender Sorge hat, indem sie auf glänzende Weise die Wahrheiten des ichen Glaubens und ihren Gegensatz zum Neuheidentum der Nazis in Erinnerung rief sowie den nwahn und den totalitären Staat verurteilte, in der deutschen und internationalen Öffentlichkeit einen euren Schock ausgelöst. Der Führer selbst reagierte bestürzt und wutentbrannt. Dennoch hatte die Enzyklika eine einschüchternde Wirkung.(61) Pius XII. würde später daran erinnern, dass sie „vor den Augen der Welt den wahren Nationalsozialismus entlarvte: Die hochmütige Lossagung von Jesus Christus, die Leugnung seiner Lehre und seines Erlösungswerkes, den Kult der Gewalt, die Vergötterung von Rasse und Blut, die Unterdrückung der menschlichen Freiheit“.(62)

In Deutschland selbst ragten vor allem zwei Kirchenfürsten im Widerstand gegen den Nationalsozialismus hervor: der Bischof von Berlin, Konrad von Preysing(63), und der Bischof von Münster, Clemens August von Galen(64). Von ihren Bischofssitzen aus setzten sich beide für die Verteidigung des christlichen Menschenbildes und der souveränen Rechte Gottes über Gesellschaft und Familie ein. „Ich erhebe meine Stimme“, rief Bischof von Galen in seiner Predigt vom 13. Juli 1941 in der Lamberti-Kirche in Münster, „ und in meiner Eigenschaft als Deutscher, als ehrsamer Bürger, als Diener des katholischen Glaubens, als katholischer Bischof rufe ich: Wir verlangen Gerechtigkeit! Wenn dieser Ruf nicht gehört wird, wird es nicht mehr möglich sein, die Herrschaft einer unabhängigen Justiz wiederherzustellen. Dann werden unser deutsches Volk und unser Vaterland trotz des Heldenkampfes unserer Soldaten und ihrer glorreichen Siege an unserem inneren Verfall zu Grunde gehen.“(65)

Die Haltung und der Ton dieser deutschen Bischöfe stießen bei Plinio Corrêa de Oliveira, der wie sie zu der ungebärdigen Reihe der Verteidiger des Glaubens gehörte, auf große Bewunderung. In den Jahren von 1929 bis 1947 erschienen im Legionário nicht weniger als 2936 Artikel gegen Nazismus und Faschismus, davon stammten allein 447 aus der Feder Plinio Corrêa de Oliveiras. Dabei muss hervorgehoben werden, dass ein großer Teil dieser Beiträge nicht nur vor dem Krieg, sondern auch vor der Enzyklika In brennender Sorge veröffentlicht wurde, zu einer Zeit also, in der es noch eine Menge von Missverständnissen in Bezug auf den Nationalsozialismus gab. Prof. Plinio sah in der Religionsverfolgung Hitlers nicht einen akzidentellen, rein äußerlichen Aspekt der Politik des Dritten Reiches, sondern die logische Folge einer antiethischen Weltanschauung, die der katholischen engegengesetzt war. „In Wirklichkeit ist die religionsfeindliche Politik des Dritten Reiches ein wesentliches Kennzeichen, ein grundlegender Zug des ideologischen Gehalts dieser Politik, mehr noch, sie bildet den tieferen Sinn und den eigentlichen Daseinszweck des Nazismus.“(66)

Plinio Corrêa de Oliveira zeichnete die von ihm als „Genealogie der Monster“ angesehene Abstammungsgeschichte des Nationalsozialismus von Luther bis Hitler nach.

„Der Protestantismus hat in Deutschland zu einem Entwicklungsprozess des philosophischen Denkens und der gesellschaftspolitischen Fakten geführt, der neben dem Liberalismus und in scheinbarem Widerspruch zu diesem nach einer eisernen (an sich richtigen, aber auf falschen Prämissen beruhenden) Logik den Nationalsozialismus hervorgebracht hat. (…) Der Nazismus ist das Resultat einer tiefgreifenden Entwicklung, seine religionsfeindliche Politik ist Bestandteil seines Denkens, und dieses Denken ist so grundlegend religionsfeindlich, dass mich die Bekehrung der Freimaurerei in einen Kirchenverein in kein größeres Erstaunen versetzen würde als die Verwandlung der Nazi-Partei in ein Bollwerk der katholischen Ideale in Osteuropa.“(67)

Plinio Corrêa de Oliveira prangerte auch den Antisemitismus der Nazis an und wies dabei auf den grundlegenden Unterschied zwischen diesem und den Vorsichtsmaßnahmen hin, wie sie Kirche im Laufe der Geschichte bei den Auseinandersetzungen mit dem jüdischen Volk getroffen hat.

„Die in den Beziehungen mit den Juden zu empfehlenden Maßnahmen der Klugheit sind durchaus legitim und sogar notwendig, wenn es sich um nicht konvertierte Juden handelt, beziehungsweise um Juden, hinter deren Konversion offensichtlich nur die Absicht „épater le bourgeois“ stand. Diese Vorsicht hat jedoch ausschließlich die Glaubensirrtümer der Juden zum Ziel, nicht aber die Rasse als solche, in der schließlich das Wort Fleisch geworden ist. Der aufrichtig konvertierte Jude ist ein geliebter Sohn der heiligen Kirche.“(68)

Angesichts dieses Standes der Dinge hat die Kirche „mit fortwährendem Nachdruck“ angeordnet, „es dem alten Volke Gottes gegenüber nie an Nächstenliebe fehlen zu lassen. Der Nationalsozialismus dagegen behandelt die Juden mit brutaler, vergeblicher Grausamkeit“.(69) „ In Deutschland müsste ein neuer heiliger Bernhard aufstehen, um auf das Volk Israel jene Barmherzigkeit herabzurufen, die ihm nicht einmal sein großes Opfer verweigert hat.“(70)


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56) Nach dem Tod Hindenburgs am 2. August 1934 wurden die Befugnisse des Reichspräsidenten und die des Kanzlers in den Händen Hitlers vereinigt. Nun kam es zu einer rapiden Verwandlung der Gesellschaft in Richtung Totalitarismus. Zu dieser Entwicklung vgl. u. a. Karl Dietrich BRACHER, Die deutsche Diktatur, Kiepenheuer und Witsch, Köln 1980 (1969); Martin BROSZAT, Der Staat Hitlers, Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1981; Hans-Ulrich THAMER, Il terzo Reich. La Germania dal 1933 al 1945, italien. Übersetzg., Il Mulino, Bologna 1993.

57) Die Bevollmächtigten Pius‘ XI. und Hitlers bei den Verhandlungen waren der Staatssekretär Kardinal Eugenio Pacelli bzw. der Vizekanzler Franz von Papen. Zum Reichskonkordat von 1933 und die Beziehungen zwischen dem heiligen Stuhl und dem Nationalsozialsimus vgl. Michele MACARRONE, Il Nazionalsocialismo e la Santa Sede, Studium, Rom 1947; Friedrich ENGEL-JANOSI, Il Vaticano fra fascismo e nazismo, Le Monnier, Florenz 1973; Anthony RHODES, The Vatican in the Age of Dictators 1922-1945, Hodder and Stoughton, London 1973; Robert GRAHAM, Il Vaticano e il nazismo, Cinque Lune, Rom 1975; Giacomo MARTINA, Storia della Chiesa, Bd. IV, L’età contemporanea, Morcelliana, Brescia 1995, S. 129-218.

58) Vgl. Osservatore Romano vom 27. Juli 1933. „Man kann natürlich die Frage aufwerfen, ob der Abschluss des Konkordats mit dem Reich wirklich zur Machtbefestigung der Nazis beigetragen hat, wie später öfters behauptet wurde. Tatsächlich hat das von Pacelli nicht ohne Besorgnis unterzeichnete Konkordat der Kirchenregierung eine juristisch unanfechtbare Grundlage und gleichzeitig die effektive Möglichkeit gegeben, zu späteren Zeitpunkten dem Regime in Deutschland immer wieder seine Willkürmaßnahmen und Völkerrechtsverletzungen vorzuwerfen“ (Burkhart SCHNEIDER, Pio XII. Pace, opera della giustizia, italien. Übersetzg., Edizioni Paoline, Rom 1984, S. 24).

59) H.-U. THAMER, Il terzo Reich, loc. cit., S. 550. In seinen beiden Pamphleten „An die Dunkelmänner unserer Zeit. Eine Antwort auf die Angriffe gegen den ‚Mythus des 20. Jahrhunderts‘“ (1935) und „Protestantische Rompilger“ (1937) erklärte Rosenberg mit aller Offenheit, dass Nationalsozialismus und Christentum im Grunde unvereinbar miteinander sind.

60) Pius XI., Enzyklika Mit brennender Sorge vom 14. März 1937, in Mit brennender Sorge – Das päpstliche Rundschreiben gegen den Nationalsozialismus und seine Folgen in Deutschland, hrsg. von Dr. Simon Hirt, Herder, Freiburg im Breisgau, 1946. Der Text der Enzyklika wurde heimlich in hunderte von deutschen Städten und Dörfern gesandt, wo er dann abgedruckt und in die verschiedenen Dözesen verschickt wurde. Um die Bedeutung des Ereignisses hervorzuheben, haben die deutschen Bischöfe am 21. März 1937 persönlich das Rundschreiben des Pius‘ XI. von den Kanzeln verlesen. Zu dieser Enzyklika vgl. Heinz-Albert RAEM, Pius XI. und der Nationalsozialismus. Die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ vom 14. März 1937, Schöningh, Paderborn 1979.

61) Jean CHÉLINI, L’Eglise sous Pie XII. La tourmente (1939-1945), Fayard, Paris 1983, S. 87.

62) Pius XII., Ansprache vom 2. Juni 1945, in DR, Bd. VI, S. 70. In dieser Rede entwirft Pius XII. ein Bild des Kampfes gegen die Kirche und des Widerstandes, den ihm der Heilige Stuhl und das deutsche Volk entgegensetzten.

63) Graf Konrad von Preysing ist am 30. August 1880 in Kronwinkl geboren und am 21. Dezember 1950 in Berlin gestorben. Er kam aus einer katholischen Adelsfamilie, die sich stets im Dienste der Kirche ausgezeichnet hatte. Nach der Priesterweihe 1912 hatte er in München Nuntius Pacelli kennen gelernt, der ihn nach seiner Berufung zum Staatssekretär 1932 zum Bischof von Eichstätt und dann am 6. Juli 1935 zum Bischof von Berlin ernennen ließ. Seit 1933 trat er im Gegensatz zur „morbiden“ Haltung von Kardinal Adolf Bertram, dem Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, als die Hauptgestalt der unerschrockenen Gegner des Nationalsozialismus in Erscheinung. Am 18. Februar 1946 erhielt er die Kardinalswürde.

64) Graf Clemens August von Galen ist am 16. März 1873 auf Schloss Dinkloge in einer alteingesessenen katholischen oldenburgischen Familie geboren. Nach der Priesterweihe 1904 wurde er zuerst nach Berlin geschickt und dann nach Münster in die Pfarrei Sankt Lambert. Nach seiner Weihe zum Bischof dieser Stadt im Jahre 1933 führte er bis 1945 von der Kanzel aus einen unerbittlichen Kampf gegen den Nationalsozialismus, was ihm den Beinamen „Löwe von Münster“ einbrachte. Im Konsistorium vom 18. Februar 1946 wurde er zum Kardinal gekürt, starb aber kurz nach seiner Rückkehr aus Rom am 22. März 1946. Die Diözese Münster strengte bereits seinen Seligsprechungsprozess an. Vgl. Rosario F. ESPOSITO, Clemens August Graf von Galen. Un Vescovo indesiderabile. Le grandi prediche di sfida al nazismo. Edizioni Messaggero, Padua 1985; Mgr. Reinhard LETMANN u. Mgr. Heinrich MUSSINGHOFF, Il leone di Münster e Hitler. Clemens August Cardinale von Galen, Herder, Rom-Freiburg-Wien 1996.

65) Zitiert in Clemens August Graf von Galen. Un vescovo indesiderabile, loc. cit. S. 123f.

66) Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, Falsificação, in O Legionário Nr. 397 (21. April 1940).

67) Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, Genealogia de monstros, in O Legionário Nr. 302 (29. Juni 1938). Er fährt fort: „Neben dem Virus des Liberalismus hat der Protestantismus dem deutschen Element im Allgemeinen als einen weiteren Giftstoff die Gewalttheorien eingeimpft. Diese (übrigens der demokratischen Auffassung vom systematischen Sieg der Mehrheiten nahestehenden) Theorien waren es, die die ganze militaristische, brutale Einstellung der internationalen Politik Friedrichs II. und vieler Hohenzollern hervorgebracht und später das Bismarck‘sche Reich, den deutschen Hang zum Militarismus, die deutschen Philosophieschulen des 19. Jahrhunderts und schließlich als archetypisches Produkt der Philosophie Nietzsches den Hitlerismus geschaffen haben“ (a. a. O.). Zu den kulturellen Wurzeln des Nationalsozialismus vgl. Edmond VERMEIL, Les doctrinaires de la Révolution allemande, Nouvelles Editions Latines, Paris 1948; Peter VIERECK, Metapolitics. The roots of the nazi mind, Capricorn Books, New York 1961 (1941); G. L. MOSSE, The crisis of German Ideology, Grasset & Dunlap, New York 1964; Nicholas GOODRICK-CLARKE, The occult roots of Nazism, The Aquarian Press, Wellingborough 1985; Luciano PELLICANI, La società dei giusti. Parabola storica dello gnosticismo rivoluzionario, Etaslibri, Mailand 1995, S. 371-387.

68) Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, Uma velha ambição dos Judeus, in O Legionário Nr. 308 (7. August 1938).

69) Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, 7 dias em rivista, in O Legionário Nr. 232 (21. Februar 1937).

70) Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, 7 dias em rivista, in O Legionário Nr.215 (25. Oktober 1936). In anderen Artikeln weist er darauf hin, dass die antisemitische Verfolgung Hitlers auf indirekte, aber entscheidende Weise zur Verwirklichung des zionistischen Traumes beigetragen hat. „Was die Führer des Zionismus nicht zuwege gebracht haben, das erreichte Hitler mit seiner antisemitischen Kampagne: Er hat Tel Aviv, die neue hebräische Stadt Palästinas, bevölkert, die heute zahllose Verbesserungen und großen Komfort aufweist. Es war Herr Hitler, der die ‚nationale Heimstatt‘ der Juden angefüllt hat.“ (id., 7 dias em rivista, in O Legionário Nr. 599 (30. Januar 1944).

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