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Der Adel und die Vergleichbaren Traditionellen Eliten

in den Ansprachen von Papst Pius XII

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Beleuchtet von Jean Poyer

Dies ist das Geheimnis der Gesellschaft „im Zeichen des Kreuzes.” Mit derselben Entschlossenheit nahm der mittelalterliche Mensch sein eigenes Leiden auf sich, und ganz besonders die schwersten und unerträglichsten Aspekte seiner Situation. Auf den mittelalterlichen Bildern und Glasmalereien ist das häufig zu sehen – jeder ist mit seinem Handwerk beschäftigt, jeder arbeitet fleißig, doch ohne Hast, Angst oder Trägheit. Jeder trägt sein Kreuz, diesen schwersten Teil unseres irdischen Lebens, freudig und ohne zu murren, denn sein Vorbild ist Christus, der für uns alle so unendlich viel mehr auf sich genommen hat.

Sommer. Gemälde von Jean-François Millet.

„Auf diese Weise sind alle individuellen Leiden nur der Schatten des göttlichen Leidens, und alle Tugenden nur eine teilweise Verwirklichung des absoluten Guten,” wie Huizinga sagt.368 Das Ergebnis dieser mutigen und entschlossenen Annahme des Leidens war, dass jeder Mensch für sich selbst einen Weg suchen und finden konnte, Christus nachzuahmen, mit dem Ziel, die Vollkommenheit und Heiligung zu erreichen. Diese Perfektion kam dann in der Qualität seiner Arbeit, seiner Meisterwerke und seiner Monumente gut zum Ausdruck.

Holzschnitzer von Oberammergau. Gemälde von Toby Edward Rosenthal.

Wie weit sind solche Überlegungen von dem entfernt, was die Menschen von heute bewegt! Sie suchen flüchtiges und leichtes Glück, fliehen Schmerz und Not, verlieren sich in hysterischer Kurzweil und versuchen ständig, sich ihrer Verantwortung zu entziehen. In ihrer Blindheit können sie Christus und seine göttliche Geradlinigkeit nicht mehr sehen und ihm auch nicht mehr auf dem schmerzvollen Weg des Kreuzes folgen.

 

Und doch war es diese Perspektive, die die Blütezeit des Mittelalters hervorbrachte. Der mittelalterliche Mensch hatte das Mittelalter nicht geplant; er bemühte sich nur, so zu sein wie Jesus Christus und aus der Umsetzung dieses Bestrebens ging das Mittelalter hervor und entfaltete sich zu voller Blüte.

Jarviewalk and the Festival of Colors 2012. Foto von MarkEsguerra.

 

Dies ist das Geheimnis des Mittelalters — und es ist auch unser Geheimnis. Hätten wir eine ähnlich lebendige und liebevolle Beziehung zu Jesus Christus, dann würden wir nach dem streben, wonach die Menschen des Mittelalters strebten und könnten das erreichen, was sie erreichten.

368 ebd., 206.

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Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft — wo wir waren, wie wir in unsere heutige Lage gekommen sind — und wohin wir uns nun wenden sollten, von John Horvat II. Kapitel 50

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Der Sturm naht

Der Sturm naht. Jeder von uns hat eine Aufgabe zu erfüllen. Auf der persönlichen Ebene sollten wir nach Möglichkeiten suchen, uns von der frenetischen Maßlosigkeit zu befreien und – als Vorbereitung auf die kommende Krise – einen organischen und gemäßigten Lebensstil zu entwickeln.

25 February 2022, London.

 

Noch wichtiger ist es jedoch, über unser persönliches Leben hinaus die allgemeine Wirkung des Sturms auf die Gesellschaft zu verstehen und Teil des Kreuzzugs an Ideen und Prinzipien zu werden, der uns allen erlaubt, uns nach unseren jeweiligen Möglichkeiten an der großen Debatte zu beteiligen, die unseren Kurs bestimmen wird.

 

26 February 2022, London

Am wichtigsten aber ist unsere Bereitschaft, für unser Vaterland Opfer zu bringen und uns in dieser Stunde der Not um das Banner einer Rückkehr zur Ordnung zu scharen. Im Vertrauen auf die Vorsehung können auch wir uns die Worte von George Washington zu eigen machen, der einst angesichts einer großen und unvermeidbaren Krise folgendes erklärte: „Lassen Sie uns ein Banner erheben, unter dem die Klugen und Anständigen Zuflucht nehmen können. Die Ereignisse selbst liegen in Gottes Hand.”370

 

370 Spalding and Garrity, A Sacred Union of Citizens, 27.

 

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Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft — wo wir waren, wie wir in unsere heutige Lage gekommen sind — und wohin wir uns nun wenden sollten, von John Horvat II. Kapitel 51

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1. Der Empfang für Kaiser Franz I. in Wien nach dem Abzug der napoleonischen Truppen

 

Der väterliche Charakter der mittelalterlichen Monarchie wurde weitgehend von den Herrschern des Hauses Habsburg bis zu ihrem Thronverlust im Jahre 1918 bewahrt.

Kaisers Franz I.

 

Der Herzlichkeit dieses Charakters verleiht die Rede deutlichen Ausdruck, die der Bürgermeister von Wien gehalten hat, als er kurz nach der Niederlage bei Wagram (1809) Kaiser Franz I. empfing. Für einen Leser, der vielleicht vom Geiste des Klassenkampfes durchdrungen ist, könnte diese Rede eher einem Märchenbuch entstammen, als einem geschichtlichen Ereignis.

 

Der Wortlaut dieser Rede wird von einem unbestreitbar korrekten Berichterstatter, dem Historiker Prof. Dr. Johann Baptist von Weiß (1820-1899) wiedergegeben:

 

„Die Anhänglichkeit [der Wiener] zeigte sich am feurigsten beim Empfang des Kaisers Franz I. nach dem verheerenden Krieg beim Abzug der Franzosen aus Wien am 20. November 1809, nach einem drückenden Aufenthalt im Lande von sechs Monaten und sieben Tagen. …

Am 16. November zogen österreichische Truppen wieder in Wien ein, am 27. November kam der Kaiser um vier Uhr nachmittags. Schon am frühen Morgen zogen Tausende und Tausende hinaus gegen Simmering, den geliebten Kaiser zu empfangen. Ganz Wien war auf den Beinen, Kopf an Kopf harrten sie wie Kinder auf den Anblick des teuren Vaters. Endlich um vier Uhr erschien er ohne jede Leibwache, in offener Kalesche in der Uniform seines Husarenregimentes, den Oberst­hofmeister Grafen Wrbna an seiner Seite. Der Boden, die Luft schienen zu zittern vom Jubelruf. `Willkommen unser Vater!’ Das Schwenken der Tücher wollte kein Ende nehmen.

 

Schlacht bei Wagram. Gemälde von Emil Adam

Der Bürgermeister redete ihn an: ‚Geliebter Fürst! Wenn ein Volk im Kampf mit dem Unglück, leidend in mannigfacher Art, nur der Leiden seines Fürsten gedenkt, dann ruht die Liebe auf tiefem Grunde des Gefühls, nie vergänglich und fest. – Wir sind dieses Volk! Als unsere Söhne dahinsanken im blutigen Streite, als zerstörende Gewalt glühender Kugeln unsere Häuser stürzte, als die Grundfesten Wiens erbebten vom Donner der Schlachten, dachten wir Dein, Fürst und Vater, da dachten wir Dein in stiller Liebe. Denn Du hast diesen Krieg nicht gewollt. Nur das Verhängnis der Zeiten drang Dir ihn auf. Du hast das Beste gewollt. Der Urheber unserer Leiden warst Du nicht. Wir wissen es, daß Du uns liebst; wir wissen es, daß unser Glück Dein hei­liges, festes Wollen ist. Wir haben ihn oft empfun­den, den Segen Deiner väterlichen Milde. Be­zeichnet hast Du Deine Wiederkehr mit neuer Wohltat. Sei darum, väterlicher Fürst, in unserer Mitte mit unveränderter Liebe gegrüßt! Wohl hat der unglückliche Erfolg des Krieges Dir einen Teil der Untertanen geraubt. Doch vergiß den Schmerz Deines Verlustes im engeren Verein Deiner Treuen. Nicht die Zahl, nur der feste, andauernde Wille, die alles bindende Liebe sind der Throne heilige Stützen. Und von diesem Geiste sind wir alle beseelt. – Wir wollen Dir ersetzen, was Du verloren! Wir wollen bleiben unseres Vaterlandes wert; denn kein Österrei­cher verläßt seinen Fürsten, wenn es gilt. – Mögen die Mauern, die Deine Burg umgeben, in Trümmer zerfallen, die festeste Burg sind die Herzen Deines Volkes’.

 

Einen wärmeren Empfang hat wohl kein Monarch erhalten. Franz konnte nur im Schritt fahren. Das Volk küßte ihm die Hände, die Kleider, die Pferde. Bei der Burg angelangt, trug es ihn die breite Treppe empor. Am Abend waren die Stadt und die Vorstädte glänzend beleuchtet.“1

 

1 Lehrbuch der Weltgeschichte von Prof. Dr. Johann. Baptist. von Weiß. Verlags-Buchhandlung ,Styria’. Graz, 1898, Bd. X, S. 94-95.

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­Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, Dokumente X, #1.

 

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Über die Zulässigkeit des Krieges gegen die Heiden hat der heilige Bernhard folgende leidenschaftlichen Worte geprägt:

 

Der Johanniterorden gemälde von Gustav Adolf Closs.

„Die Ritter Christi können mit ruhigem Gewis­sen den Kampf für den Herren führen, sie müssen keinesfalls, weder die Sünde des Todes des Feindes wegen, noch die Gefahr des eigenen Todes fürch­ten, denn in diesem Falle ist der erlittene Tod oder verursachte Todschlag um Christi Willen erfolgt. Dieser Tod hat nichts Verbrecherisches an sich, sondern ist oft die Ursache des Ruhmes. Denn der Tod des Feindes erwirbt Ruhm für Christus, der eigene Tod führt zu Christus selbst. Christus wird wohl den Tod des Feindes gerne wie dessen Strafe annehmen, lieber noch, wird er seinen Soldaten trösten. Der Ritter Christi tötet mit ruhigem Gewis­sen, und stirbt sicher seiner selbst. Wenn er stirbt, arbeitet er für sich, tötet er, so tut er es für Christus.

Luis Segura Vilchis, unmittelbar bevor er hingerichtet wurde.

Und er trägt sein Schwert nicht umsonst: er ist Diener Gottes zur Bestrafung der Bösen und zum Ruhme der Guten. Wenn er einen Missetäter tötet, ist das kein Todschlag, er hat, um es so zu sagen, das Böse getötet und man muß in ihm sowohl den Rächer im Dienste Christi, als auch den Beschützer des christlichen Volkes sehen. Wenn der Ritter aber fällt, darf man nicht glauben, daß er gestorben ist – er ist in die himmlische Herrlichkeit eingegan­gen. So ist der Tod, den er jemandem zufügt, zum Besten Christi geschehen und der, den er selbst erleidet, ist ein Gewinn für ihn selbst. Beim Tod des Heiden rühmt sich der Christ, weil Christus gerühmt wird, beim Tod des Christen zeigt sich die Freigebigkeit des Königs, indem er den Soldaten rühmt, der gelobt zu werden verdient.

Foto von ToLo46

Über den König freut sich der Gerechte, wenn er sieht, wie der König straft. Von ihm wird gesagt werden: `Der Gerechte wird seine Belohnung bekommen. Es ist ein Gott da, der auf Erden seine Gerichte durchführt` (Ps. 57, 12). Die Heiden sollten ja gar nicht getötet werden, wenn man auf irgendeine Art ihre übergroßen Verbrechen verhindern und ihnen die Mittel zur Unterdrückung der Gläubigen nehmen könnte. Aber derzeit ist es besser, daß sie getötet werden, damit auf diese Weise die Gerechten nicht durch die Bosheit ihrer Hände gebückt werden. Wenn das nicht geschieht wird sicherlich die Geißel der Sünder die Gerechten treffen“.1

 

1 De laude novae militiae, Migne P.L., Bd. 182, col. 924.

 

­Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, Dokumente XI, #3.

 

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Weihnachtsmesse

Für sie war Jesus Christus tatsächlich in allen Dingen die Leitfigur. „Um die Gestalt der Gottheit”, schreibt Johan Huizinga, „kristallisierte sich ein majestätisches System wechselseitig miteinander verbundener Figuren heraus, die alle einen Bezug zu Gott haben, weil alle Dinge von ihm ihre Bedeutung erhalten.”1

 

Mitternachtsmesse an Heiligabend.

Die Menschen des Mittelalters fühlten sich nicht nur zu einer abstrakten Figur der Gottheit hingezogen. Was sie berührte, war die Tatsache, dass das Wort, die zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit, Fleisch geworden war und unter uns gewohnt hatte. Der mittelalterliche Mensch nahm auf sehr persönliche Art und Weise nicht nur zu Herzen, wer Er ist, sondern auch alles, was Er gelehrt und getan hatte.

Wie wir bereits erwähnt haben, lässt sich ein schwaches Echo dieser allgemeinen Wahrnehmung noch in der Weise spüren, in der wir das Weihnachtsfest feiern. Der Heilige Abend ist immer noch durchdrungen von dieser mittelalterlichen Vorstellung von der Geburt unseres Erlösers; diese stille und heilige Nacht läßt uns immer noch die Süße und Perfektion spüren, die von dem göttlichen Kind in der Krippe in Bethlehem ausgeht.

 

Dasselbe tiefe und allgemeine Gefühl von Liebe und Dankbarkeit begleitete auch Leiden, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt unseres Herrn Jesus Christus – weit über irgendwelche anderen Andachtsübungen hinaus, die es davor gegeben hatte; diese fast zärtliche Haltung dem Erlöser gegenüber „löschte die Spuren der früheren Strenge und Zurückhaltung aus“, die die Entwicklung der Spiritualität in der frühen Kirche des patristischen Zeitalters geprägt hatten.2

„Es ist richtig, dass Augustinus große Liebe zu Gott empfand,” schreibt der Historiker Henry Osborn Taylor. „Diese Liebe war tiefempfunden; sie war logisch begründet; sie brachte seine Gedanken in leidenschaftliche Erregung. Und doch enthielt sie nicht jene zärtliche Liebe zu Christus, dem Gottmenschen, die in den Worten des heiligen Bernhard mitschwingt und das Leben des heiligen Franz zu einem lyrischen Gedicht machte.”3

 

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1 Huizinga, Waning of the Middle Ages, 202.

2 R. W. Southern, The Making of the Middle Ages (New Haven: Yale University Press, 1953), 233.

3 Henry Osborn Taylor, The Medieval Mind: A History of the Development of Thought and Emotion in the Middle Ages (New York: Macmillan, 1919), 1:360.

Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft, von John Horvat. Kapitel 50.

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Weihnachtsfreude I

Weihnachtsfreude?

Ja! Aber doch viel mehr als das. Für einen wahren Katholiken ist es die Freude der 365 Tage des Jahres . Denn in der Seele, in der durch die Gnade der Erlöser wohnt, ist diese Freude immer da und sie erlöscht nie. Weder Schmerz, noch Kampf, weder Krankheit noch selbst der Tod verdrängen diese Freude.
Es ist die Freude des Glaubens und des Übernatürlichen Lebens. Die Freude der sakralen Ordnung.

(Plinio Corrêa de Oliveira, “Folha de S. Paulo”, 27.12.1970)

http://p-c-o.blogspot.com/2017/12/weihnachtsfreude-i.html

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Jedes Volk verherrlicht das Jesuskind
auf eigene Weise mit seinen Weihnachtsliedern

 

von Plinio Corrêa de Oliveira

 

In den verschiedenen Nationen variieren die Weihnachtslieder je nach nationaler Eigenart, aber in allen sind immer die gleichen Eigenschaften vorhanden, die für die Heilige Nacht angemessen sind. Es gibt nordamerikanische, brasilianische, italienische, deutsche, französische, spanische Weihnachtslieder usw. Sie unterscheiden sich stark voneinander, bringen jedoch dieselben Gefühle zum Ausdruck, die das Jesuskind, die Muttergottes, der Heilige Josef und die Krippe hervorrufen. Was sind das für Gefühle?

Das erste ist Unschuld. Die verschiedenen Völker wussten, wie sie wirklich Hymnen der Begeisterung auf die Unschuld des Jesuskindes verfassen konnten, die in Form von Akkorden und Melodien die Unschuld jedes Einzelnen Volkes widerspiegeln, um Ihn zu verherrlichen. Die Begeisterung, die jedes Volk für die Unschuld des göttlichen Kindes ausdrückt, spiegelt ein Element der Unschuld wider, das in uns ist. Wenn wir keine Unschuld hätten, würde uns das Jesuskind gar nicht interessieren. Es gibt Menschen, denen das Jesuskind nicht interessiert oder die aus reiner Formalität zum Schein sich interessiert zeigen. Da in unsere Seele aber eine Unschuld eingeprägt ist, interessieren wir uns und loben die vom Jesuskind ausstrahlende Unschuld mit unseren Melodien.

Auch ein Gefühl der Zärtlichkeit ist vorhanden, weil das Jesuskind so klein und schwach ist, obwohl Es ja zugleich Gott ist. Wir fühlen eine Art Zärtlichkeit, Mitgefühl zu diesem neugeborenen Kind in der Krippe, wenn wir auch wissen, dass es der menschgewordene Gott ist – so etwas großes, in diesem kleinen Kind enthalten. Dies führt zu dem Wunsch, das Jesuskind vor allen Angriffen und Gefahren zu schützen. So klingen in einigen Weihnachtsliedern gewisse Töne Verteidigung des schutzbedürftigen göttlichen Kindes an.

Weihnachtslieder aus verschiedenen Ländern könnte man mit der Sonne vergleichen, deren Licht überall die gleiche Farbe hat; wenn es jedoch durch ein buntes Fensterglas strahlt, nehmen die Strahlen unterschiedliche, aber harmonische Farben an. Das Sonnenlicht, das durch ein farbiges Glas scheint, wirft Schönheiten wie Edelsteine.


Ebenso ist das Jesuskind einzig. Aber wenn es von der angelsächsischen Seele besungen wird, vernehmen wir eine bestimmte Art von Schönheit; wenn von der deutschen Seele einen weiteren Aspekt des Schönen; von der lateinischen, brasilianischen, spanisch-amerikanischen Seele, erscheinen andere Schönheiten. Ich habe slawische Lieder gehört, auch russische; sehr schön, aber mit anderen Noten. Alle diese Lieder bilden ein buntes Fenster des Jesuskindes.

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer eines informellen Vortrags von Professor Plinio Corrêa de Oliveira, den er am 30. Dezember 1988 hielt.

 

Quelle https://www.abim.inf.br/variedade-e-unidade-nas-cancoes-de-natal/ am 13. Dezember 2020

Er wurde übersetzt und angepasst für die Veröffentlichung ohne Überarbeitung des Autors.

 

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Diese deutsche Fassung erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

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von Plinio Corrêa de Oliveira

In einer geschichtlichen Perspektive gesehen, stellt das Weihnachtsfest den ersten Lebenstag der christlichen Zivilisation dar. Noch war es zwar ein aufkeimendes, erst an seinem Anfang stehendes Leben, vergleichbar der aufgehenden Sonne, doch dieses Leben barg bereits all die unvergleichlich reichen Bestandteile der herrlichen Reife seiner Bestimmung in sich.

Denn, wenn wir bedenken, dass sich alle Reichtümer der christlichen Zivilisation in unserem Herrn Jesus Christus als ihrer einzigen, unendlich vollkommenen Quelle enthalten sind, und dass sich das Licht, das für die Menschen in Bethlehem zu strahlen begann, immer weiter erstrecken sollte, bis es die ganze Welt erleuchtete und die Gesinnungen verwandelte, Sitten aufhob und neue begründete, allen Kulturen einen neuen Geist einflößte, alle Zivilisationen auf eine höhere Stufe erhob, dann kann man auch sagen, dass der erste Tag Christi auf Erden von Anfang an der erste Tag eines neuen Zeitalters war.

Wer hätte das geahnt? Es gibt kein schwächeres Menschenwesen als ein Kind, keine ärmlichere Wohnstatt als eine Grotte, keine rohere Wiege als eine Krippe. Und doch wird dieses Kind in dieser Grotte, in dieser Krippe den Lauf der Geschichte verändern.

Und was für eine Veränderung!
Die schwierigste von allen, denn es ging nicht einfach darum, den Lauf der Dinge in der Richtung zu beschleunigen, die sie genommen hatten, sondern die Menschen auf den Weg zu leiten, der ihren Neigungen am deutlichsten entgegenstand, auf den Weg der Strenge, des Opfers, des Kreuzes. Es handelte sich darum, eine durch Aberglauben, religiösen Synkretismus und totale Skepsis verrottete Welt auf den Weg des Glaubens zu führen, eine Menschheit zur Gerechtigkeit zu bewegen, die allen möglichen Formen der Bosheit verfallen war: der despotischen Herrschaft des Starken über den Schwachen, der Massen über die Eliten und der Plutokratie, die die Fehler der bereits genannten in sich vereint, über die Masse. Es sollte eine Welt zur Entsagung angehalten werden, die sich allein dem Vergnügen in allen seinen Formen hingab. Es ging darum, der Reinheit in einer Welt Raum zu schaffen, in der alle Laster

bekannt, geübt und gut geheißen wurden. Natürlich musste diese Aufgabe unlösbar erscheinen, und dennoch hat sie das göttliche Kind vom ersten Augenblick seines Erscheinens auf Erden an in Angriff genommen, und weder der Hass eines Herodes, noch die Gewalt der römischen Herrschaft und die Macht der menschlichen Leidenschaften vermochten es aufzuhalten.

Zweitausend Jahre nach der Geburt Christi scheint es, dass wir wieder zum Ausgangspunkt zurückgekommen sind. Die Anbetung des Geldes, die Vergöttlichung der Massen, die grundlose Sucht nach den eitelsten Vergnügungen, die despotische Herrschaft der brutalen Gewalt, der religiöse Synkretismus, der Skeptizismus, alles in allem, das Neuheidentum in all seinen Erscheinungen hat sich wieder über die ganze Welt verbreitet.

Er käme einer Gotteslästerung gleich, wer hier behaupten wollte, dass dieses höllengleiche Durcheinander von Korruption, Revolte, Gewalt, das wir vor uns haben, die christliche Kultur, das Reich Christi auf Erden sei. Nur hier und da überlebt der eine oder andere große Umriss der ehemaligen Christenheit verletzt in der heutigen Welt. Doch in ihrer vollständigen und globalen Wirklichkeit existiert die Christenheit nicht mehr, und von dem großen Licht, das in Bethlehem zu leuchten anfing, erleuchten nur einige wenige Strahlen die Gesetze, die Sitten, die Institutionen und die Kultur des 20. Jahrhunderts. Wie ist es dazu gekommen? Hat das Wirken Jesu Christi – genauso gegenwärtig in unseren Tabernakeln, wie damals in der Krippe in Bethlehem – an Wirksamkeit verloren? Keinesfalls!

Wenn die Ursache nicht bei Ihm ist und bei Ihm nicht sein kann, dann ist sicherlich bei den Menschen zu suchen. Jesus kam in eine äußerst dekadenten Welt, doch dann fand Er und nach Ihm die Heilige Kirche Seelen, die sich der Verkündigung des Evangeliums öffneten. Heute wird das Evangelium in der ganzen Welt gepredigt. Doch die Zahl derjenigen, die hartnäckig sich weigern, das Wort Gottes zu hören, wird erschreckend immer größer. Ebenso derer, die durch ihre Gedanken oder Sitten sich am entgegengesetzten Pol der Kirche befinden. „Lux in tenebris lucet, et tenebrae eam non comprehenderunt“.

Das und nur das ist der Grund des Verfalls der christlichen Kultur auf der Welt. Denn, wenn der Mensch nicht Katholisch ist und es nicht sein will, wie kann die Zivilisation, die seine Hände hervorbringen soll, christlich sein?

Es ist erstaunlich, dass so viele Menschen sich fragen, welches der Grund der titanischen Krise ist, in der sich die Welt herumschlägt. Man braucht sich doch nur vorzustellen, die Menschheit würde die Gebote Gottes befolgen, um zu verstehen, dass die Krise sich auflösen würde. Das Problem liegt also an uns, an unserem freien Willen. Es liegt an unserem Verstand, der sich der Wahrheit verschließt; an unserem Willen, der von den Trieben beansprucht, sich dem Guten verweigert. Die Umkehr des Menschen ist heute die wichtigste und unerlässlichste zu vollziehende Reform. Mit ihr wäre alles gelöst. Ohne sie, werden alle Mühen nutzlos sein.

Dies ist die große Wahrheit, die man zu Weihnachten betrachten sollte. Es reicht nicht, dass wir uns vor dem Jesuskind verneigen unter den Klängen liturgischer Musik, eingestimmt in die Freude der Gläubigen. Jeder von uns muss sich um seine eigene Umkehr kümmern, und auch um die Umkehr des Nächsten, damit die gegenwärtige Krise eine Lösung finde, damit das Licht, das in der Krippe leuchtet, freien Lauf bekommt, um über die ganze Welt erstrahlt.

Doch wie soll man das erreichen? Wo sind die Kinos, Rundfunksender, Zeitungen, Organisationen? Wo sind unsere Atombomben, Trompetenstöße, Heere? Wo sind unsere Banken, unsere Schätze, unsere Vermögen? Wie, gegen die ganze Welt kämpfen?

Diese Frage ist naiv. Unser Sieg kommt im Wesentlichen und vor allem von Unserem Herrn Jesus Christus. Banken, Radios, Kinos, Organisationen sind wichtig und gut und wir haben die Pflicht sie für die Ausbreitung des Reiches Gottes einzusetzen. Aber nichts von dem ist absolut notwendig. Mit anderen Worten, wenn die katholische Sache mit diesen Mitteln nicht rechnen kann, nicht aus Nachlässigkeit oder durch Mangel an unsere Großherzigkeit, aber ohne eigenes Verschulden, wird der göttliche Heiland das Notwendige tun, damit wir auch ohne alldem siegen. Das Beispiel geben uns die ersten Jahrhunderte der Kirche: Ist sie nicht siegreich aus allen Schwierigkeiten und Verfolgungen hervorgegangen, trotz aller Mächte der Welt, die sich gegen sie verbündet hatten?

 

Vertrauen in Unserem Herrn Jesus Christus, vertrauen in das Übernatürliche, das ist die kostbare Lehre, die uns Weihnachten erteilt.

Beenden wir diese Betrachtungen nicht ohne noch eine Lehre wie milden Honig hieraus zu schöpfen. Ja, wir haben gesündigt. Ja, enorm sind die Schwierigkeiten auf diesem Rückweg, beim Aufsteigen. Ja, unsere Vergehen, unsere Treulosigkeit rufen den Zorn Gottes auf uns herab. Doch an der Krippe haben wir die gütigste Mittlerin. Sie ist nicht Richterin sondern Fürsprecherin, die für uns jedes Mitleid, jede Zärtlichkeit, jede Nachsicht einer vollendeten Mutter hat.

Mit dem Blick auf Maria, mit ihr vereint, bitten wir durch sie an diesem Weihnachten um die einzig wirklich wesentliche Gnade: Das Reich Christi komme in uns und um uns.

Alles andere wird uns dazugegeben.

(Freie Übersetzung aus „Catolicismo“, Dezember 1952)

& http://p-c-o.blogspot.com/

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Papst Pius V. Neben seinem frommen Lebenswandel und seinen religiösen Neuerungen spielte auch der als wundersam angesehene Sieg über die Türken beziehungsweise das Osmanische Reich in der Seeschlacht vom 7. Oktober 1571 hierfür eine Rolle.

 

Das Streben nach dem Erhabenen wirkt sich in unserem täglichen Leben aus, weil es in uns Menschen große Sehnsüchte weckt.345 Es gibt uns ein starkes Verlangen ein, das erfüllt werden muss. Wir können daher sagen, dass erhabene Ideale zu den am meisten praxisorientierten Dingen gehören, die es überhaupt gibt. Auf dem Boden dieser Ideale wächst die Kraft, unsere Träume wahr zu machen.

 

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345 Cf. Lob des Propheten Daniel (Dn 9:23).

 

Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft, von John Horvat. Kapitel 48.

 

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Bau einer gotischen Kathedrale von Jean Fouquet.

Während ein Verständnis für die hohen und erhabenen Ideale der mittelalterlichen Gesellschaft uns in unserer Suche nach wirtschaftlichen Lösungen helfen kann, zeigen uns solche Überlegungen nur einen Teil des Gesamtbilds. Weder diese Ideale noch die auf ihnen aufgebauten Träume können eine völlig ausreichende Erklärung für die Blüte des Mittelalters liefern.

Gemälde von François-Marius Granet.

Auch der strenge und mühsame Weg des Kreuzes, der die Inspiration für den Kampf gegen die ungeordneten Leidenschaften war, würde für sich allein nicht ausreichen, eine Gesellschaft zum Streben nach außergewöhnlichen Leistungen zu inspirieren, da der Mensch von Natur aus dazu neigt, Leiden und große Anstrengungen zu vermeiden.

Innenansichten von Der Kölner Dom. Foto von Pedro Szekely.

Tatsächlich war der wesentliche Motivationsfaktor, der die Überwindung aller Hindernisse möglich machte, ein anderer: das „Geheimnis” der Blüte des Mittelalters war die Tatsache, dass der mittelalterliche Mensch eine sehr lebendige, bewundernde und liebende Vorstellung von der Person unseres Herrn Jesus Christus hatte. Die mittelalterlichen Menschen hatten ein sehr greifbares und persönliches Verständnis seiner Vollkommenheit – seiner Weisheit, seiner Güte und seiner Gerechtigkeit – das die ganze Gesellschaft durchdrang und einte.

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Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft, von John Horvat. Kapitel 50.

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Für diejenigen, denen diese Begriffe zu abstrakt und unerreichbar klingen, hat der Historiker Lewis Mumford das Thema von einer anderen Seite beleuchtet, indem er den äußerst praktischen Charakter unserer Träume und ihren Unterschied zu reinen Fantasiegebilden hervorgehoben hat.

…sich karitativ betätigen

Er definiert einen Traum ganz einfach als eine ideale Vision, durch die sich eine soziale Gruppe „eine neu zusammengesetzte Umgebung vorstellt, die besser an die Natur und die Ziele der in ihr lebenden Menschen angepasst ist als die, in der sie tatsächlich leben.”350

Mit anderen Worten: sobald eine Familie oder soziale Gruppe übereinstimmend beginnt, ihre eigenen Lebens- oder Handlungsweisen zu entwerfen, die ihr Leben hoffentlich besser oder vollkommener machen werden, ist sie auf dem besten Weg, ihren eigenen Mythos oder Traum zu kreieren. Tatsächlich stimmt Mumford mit Anatole France überein, dass diese Träume die Grundlage allen Fortschritts darstellen, ohne die wir vielleicht noch als Wilde in Höhlen leben würden.351

…umsichtig sein

Eine Familie könnte also etwa eine bestimmte Art karitativer Tätigkeit entwickeln, eine andere einen Weg finden, besonders klug zu handeln und eine dritte könnte neue Wege der Sparsamkeit und Genügsamkeit öffnen. Jede von ihnen versucht, dieses tiefe psychologische Bedürfnis zu befriedigen, das sie danach streben lässt, ihre eigenen Träume zu realisieren und ihr Leben entsprechend zu organisieren, da „die Dinge, von denen wir träumen, stets dazu neigen, sich bewusst oder unbewusst in den Mustern unseres täglichen Lebens Bahn zu brechen.”352

…sparsam sein

Wir sollten keine Angst davor haben, dass unsere Träume nicht immer vollständig umsetzbar sein werden. Sie sollten vielmehr dazu dienen, uns in eine allgemeine Richtung zu führen. Wie die Magnetnadel des Kompasses, die uns den Weg zu einem idealen und unerreichbaren „Norden” weist, sollten wir laut Mumford unsere Träume als Pfadfinder sehen, die uns helfen, auf unserem Weg sicher fortzuschreiten.

Ein Marine-Matrose während WWII.

Wenn unser Zeitalter kulturell verarmt erscheint, ist dies nicht die Schuld unserer Träume, sondern der Tatsache, dass wir nicht genug geträumt haben. Wir hören nicht auf unsere Träume.

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350 Lewis Mumford, The Story of Utopias (New York: Viking Press, 1962), 21.
351 siehe ebd., 22.
352 ebd., 25.

Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft, von John Horvat.  Kapitel 48, Die Träume der Menschen

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Gemälde von Pierre Henri Théodore Tetar van Elven.

In dieser Atmosphäre des Zusammenhalts und vor allem der Gnade beginnen die Mitglieder einer Gesellschaft ihr gemeinsames Leben zu idealisieren. Einige Autoren haben dieses Gefühl der vorgestellten Vollkommenheit als Schaffung von „Utopien” abgetan. Wir sind der Meinung, dass derartige Prozesse darin ausgedrückt werden, wie bestimmte soziale Gruppen ihre eigenen Mythen, Legenden oder Träume schaffen.

Gemälde von Leon Joseph Voirin.

Alle diese Begriffe beziehen sich auf jene unverzichtbare Fähigkeit, die es den Familien, sozialen Einheiten oder Völkern in ihrer großen Einheit ermöglicht, eine Vision für ihre Zukunft zu schaffen, die sowohl die vorhandenen praktischen Mittel als auch das höhere Ideal berücksichtigt.

Der Stadtgraben mit der St. Peterskirche und dem Schiffertor von Friedrich Perlberg.

„Wir haben keine Kenntnis von einer menschlichen Gemeinschaft, in der die Menschen nicht träumen,” schreibt Irving Kristol. „Dies bedeutet, dass wir von keiner menschlichen Gemeinschaft gehört haben, deren Mitglieder nicht die Vision einer Perfektion haben – eine Vision, in der die Frustrationen, die unserem menschlichen Zustand inhärent sind, aufgehoben und überwunden werden.”346

Gemälde von Meindert Hobbema.

„Die ideale Gesellschaft ist nicht außerhalb der realen Gesellschaft; sie ist ein Teil derselben,” schreibt Émile Durkheim. „Weit davon entfernt, zwischen den beiden wie zwischen zwei Polen, die sich gegenseitig abstoßen, hin- und hergerissen zu sein, können wir nicht die eine anstreben, ohne an der anderen festzuhalten.”347

Haus Heeren, Kreis Hamm

„Ohne den metaphysischen Traum ist es unmöglich, sich ein harmonisches Zusammenleben der Menschen über längere Zeit vorzustellen,” schreibt Richard Weaver. „Der Traum trägt in sich eine Bewertung, die das Band der spirituellen Gemeinschaft ist.”348

George Washington in Bartrams Garten. Gemälde von Jean Leon Gerome Ferris.

Derselbe Autor spricht von Mythen als „großen symbolischen Strukturen, die die Phantasievorstellungen eines Volkes zusammenhalten und eine Grundlage für harmonisches Denken und Handeln schaffen.” Er weist darauf hin, dass diese Welt von Werten und Sinn eine zeitlose Struktur ist, „stets hier und jetzt,” aus der „auch das geringste Mitglied einer Kultur etwas nehmen kann, was seinem Leben Würde und Kohärenz verleiht.”349 So dient etwa die legendäre Figur von George Washington als Fokus der Einheit für all die amerikanischen Werte, für die er gekämpft und die er in Ehren gehalten hat. Jeder Amerikaner kann sich zu jedem Zeitpunkt unserer Geschichte Inspiration aus seinem Beispiel holen. In ähnlicher Weise können Symbole und Erzählungen ein Ideal hochhalten, das der Gesellschaft einen bestimmten Stil und eine bestimmte Note verleihen kann, die sich in der Mode, den Sitten, der Kunst, der Architektur und sogar in der Kochkunst niederschlagen.

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346 Kristol, Two Cheers for Capitalism, 153.
347 Émile Durkheim, The Elementary Forms of the Religious Life, übers. von Joseph Ward Swain (London: George Allen and Unwin, 1915), 422.
348 Weaver, Ideas Have Consequences, 18.
349 Weaver, Visions of Order, 34.

 

Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft, von John Horvat.  Kapitel 48, Die Träume der Menschen

 

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Hinderlich können manchmal auch gewisse revolutionäre Schlagworte sein, die nicht selten sogar in den besten Kreisen als eine Art Dogma hingenommen werden.

Francisco Pradilla y Ortiz: Die Übergabe von Granada

 

A. „Die Gegenrevolution ist unzeitgemäß und deshalb steril”

Das immer wieder vorgebrachte, schädlichste Schlagwort behauptet, daß die Gegenrevolution in unseren Tagen nicht gedeihen kann, weil sie gegen den Zeitgeist gerichtet sei. Die Geschichte, bemerkt man, kann nicht rückgängig gemacht werden.

Nach diesem einzigartigen Prinzip dürfte es keinen katholischen Glauben geben, denn es ist wohl nicht zu leugnen, daß das Evangelium der Umgebung, in der unser Herr Jesus Christus und die Apostel predigten, radikal entgegengesetzt war. Genauso wenig gäbe es ein katholisches, romanisch-germanisches Spanien, denn man muß doch wohl von einem Wiedererstehen und damit auch von einer Rückkehr in die Vergangenheit sprechen, wenn man an die völlige Wiederherstellung der christlichen Größe Spaniens nach einer Zeitspanne von ganzen acht Jahrhunderten denkt, die sich zwischen Covadonga und dem Fall von Granada erstreckten. Selbst die den Revolutionären doch sonst so teure Renaissance war wenigstens unter manchen Gesichtspunkten die Rückkehr zu einem seit mehr als tausend Jahren fossilisierten kulturellen und künstlerischen Naturalismus. Die Geschichte kennt demnach sowohl das Vor als auch das Zurück auf den Straßen des Guten wie des Bösen.

 

“Nach welchem Kriterium wird der Befürworter der Ehescheidung als modern angesehen und der Verteidiger der Unauflöslichkeit der Ehe als altmodisch?”

Wenn die Revolution übrigens etwas als mit dem Zeitgeist im Einklang erklärt, so ist äußerste Vorsicht geboten, handelt es sich doch nicht selten um irgendeinen alten Zopf aus heidnischer Zeit, den sie wieder gesellschaftsfähig machen möchte. Was ist denn zum Beispiel so neu an Ehescheidung oder Freikörperkultur, an Tyrannei oder Demagogie, die in der antiken Welt allgemein verbreitet waren?

Nach welchem Kriterium wird der Befürworter der Ehescheidung als modern angesehen und der Verteidiger der Unauflöslichkeit der Ehe als altmodisch? Für die Revolution reimt sich „modern” mit allem, was dem Hochmut und der Gleichmacherei, der Genußsucht und dem Liberalismus freien Lauf läßt.

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Revolution und Gegenrevolution von Plinio Corrêa de Oliveira, VII. KAPITEL, #2.

 

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