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in den Ansprachen von Papst Pius XII

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3. Historische Ursprünge des Lehensadels – Entstehung des Feudalismus

Im Kontext dieses Bildes kann man besser erkennen, was Adel bedeutet, diese Klasse, die im Gegensatz zu einigen anderen nicht nur adelige Züge trägt, sondern voll und ganz adelig ist; sie ist der Adel schlechthin.

 

Ein paar Worte zum historischen Ursprung des Adels sollen diese Erklärung verkürzen.

 

a) Die Klasse der Landeigentümer bildet sich als Militäradel und als politische Autorität

 

Als das herrliche Reich der Karolinger in Trümmern lag, fielen über diese Trümmer – in immer neuen verheerenden Wellen – die Barbaren, die Normannen, die Ungarn und die Sarazenen her. Da die von allen Seiten bedrängte Bevölkerung gegen das über sie hereinbrechende Unheil nicht mehr allein bei dem bereits äußerst geschwächten zentralen Königtum ihre Zuflucht suchen konnte, wandte sie sich naturgemäß an die jeweiligen Landeigentümer und suchte bei diesen Führung und Regierung in ihrer unhaltbaren Lage. Die Landbesitzer kamen der Bitte um Hilfe nach und errichteten Festungen für sich und die Ihrigen.

Wenn wir von „Ihrigen“ sprechen, so müssen wir uns dem Geist jener Zeit entsprechend nicht nur die Familienangehörigen vorstellen, sondern die ganze herrschaftliche Gemeinschaft, zu der die Hausdienerschaft und die Handwerker mit ihren auf den Ländereien des Besitzers wohnenden Familien zählten. Allen boten die Festungen, die sich im Laufe der Zeit in stolze Schlösser verwandelten, die wir heute noch in großer Zahl bewundern können, Schutz, Nahrung, religiöse Betreuung und militärische Führung. Im Bereich der Burgen war oft sogar Platz für Hab und Gut und für das Vieh, das die Bauernfamilien so vor der Gier der Eindringlinge zu retten vermochten.

 

Der Landeigentümer und seine Angehörigen stellten sich als erste zum Kampf. Ihre Aufgabe war es, das Kommando zu führen, in den vordersten Reihen zu kämpfen, die gefährlichsten Offensiven anzuführen und bei der Verteidigung den härtesten Widerstand zu leisten.

 

So wurde aus dem Gutsbesitzer auch ein militärischer Anführer und Held.

 

In Friedenszeiten verwandelten sich diese Umstände in politische Macht über die anliegenden Ländereien, und aus dem Gutsbesitzer wurde ein Herr, ein Dominus im eigentlichen Sinn des Wortes, dem auch die Aufgaben eines Gesetzgebers und Richters zustanden. Als solcher wurde er zum Bindeglied mit dem König.

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­Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom von Plinio Corrêa de Oliveira, Kapitel VII, 3, a.

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