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in den Ansprachen von Papst Pius XII

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Die praktische Natur dieser Träume

Für diejenigen, denen diese Begriffe zu abstrakt und unerreichbar klingen, hat der Historiker Lewis Mumford das Thema von einer anderen Seite beleuchtet, indem er den äußerst praktischen Charakter unserer Träume und ihren Unterschied zu reinen Fantasiegebilden hervorgehoben hat.

…sich karitativ betätigen

Er definiert einen Traum ganz einfach als eine ideale Vision, durch die sich eine soziale Gruppe „eine neu zusammengesetzte Umgebung vorstellt, die besser an die Natur und die Ziele der in ihr lebenden Menschen angepasst ist als die, in der sie tatsächlich leben.”350

Mit anderen Worten: sobald eine Familie oder soziale Gruppe übereinstimmend beginnt, ihre eigenen Lebens- oder Handlungsweisen zu entwerfen, die ihr Leben hoffentlich besser oder vollkommener machen werden, ist sie auf dem besten Weg, ihren eigenen Mythos oder Traum zu kreieren. Tatsächlich stimmt Mumford mit Anatole France überein, dass diese Träume die Grundlage allen Fortschritts darstellen, ohne die wir vielleicht noch als Wilde in Höhlen leben würden.351

…umsichtig sein

Eine Familie könnte also etwa eine bestimmte Art karitativer Tätigkeit entwickeln, eine andere einen Weg finden, besonders klug zu handeln und eine dritte könnte neue Wege der Sparsamkeit und Genügsamkeit öffnen. Jede von ihnen versucht, dieses tiefe psychologische Bedürfnis zu befriedigen, das sie danach streben lässt, ihre eigenen Träume zu realisieren und ihr Leben entsprechend zu organisieren, da „die Dinge, von denen wir träumen, stets dazu neigen, sich bewusst oder unbewusst in den Mustern unseres täglichen Lebens Bahn zu brechen.”352

…sparsam sein

Wir sollten keine Angst davor haben, dass unsere Träume nicht immer vollständig umsetzbar sein werden. Sie sollten vielmehr dazu dienen, uns in eine allgemeine Richtung zu führen. Wie die Magnetnadel des Kompasses, die uns den Weg zu einem idealen und unerreichbaren „Norden” weist, sollten wir laut Mumford unsere Träume als Pfadfinder sehen, die uns helfen, auf unserem Weg sicher fortzuschreiten.

Ein Marine-Matrose während WWII.

Wenn unser Zeitalter kulturell verarmt erscheint, ist dies nicht die Schuld unserer Träume, sondern der Tatsache, dass wir nicht genug geträumt haben. Wir hören nicht auf unsere Träume.

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350 Lewis Mumford, The Story of Utopias (New York: Viking Press, 1962), 21.
351 siehe ebd., 22.
352 ebd., 25.

Rückkehr zur Ordnung: Von einer hektischen, getriebenen Wirtschaft zu einer organischen christlichen Gesellschaft, von John Horvat.  Kapitel 48, Die Träume der Menschen

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